Emissionshandel
15.08.2016

China will Autobauer für Klimakosten zur Kasse bitten

Foto: deposit, Maxvis/istock.com

In China soll die Autoindustrie unter den Schirm des staatlichen Emissionshandels gestellt werden, wie neue Regierungspläne zeigen. Das soll die Elektromobilität weiter beflügeln.

Die chinesische Zentralregierung will die Autoindustrie in den Handel mit Verschmutzungszertifikaten einbeziehen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Entwurf der staatlichen Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC). Damit will Peking die Umstellung von Verbrennungsmotoren auf E-Modelle weiter forcieren.

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Im kommenden Jahr soll in China der Handel mit Verschmutzungszertifikaten nach europäischem Vorbild testweise starten. Die teilnehmenden Industriezweige müssen dann für jede Tonne CO2-Ausstoß einen Berechtigungsschein erwerben.

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Klimasünder werden zur Kasse gebeten

Wie aus dem NDRC-Entwurf hervorgeht, müssten chinesische Autobauer und Importeure ebenfalls solche Zertifikate kaufen, wenn sie bestimmte Verkaufszahlen überschreiten. Auch E-Autobauer wie der chinesische Tesla-Konkurrent BYD sollen an dem System teilnehmen. Da sie im Vergleich zu herkömmlichen Autobauern Emissionen einsparen, könnten sie überflüssige Zertifikate verkaufen und damit zusätzlich Geld einnehmen. Hersteller mit einem hohen Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase müssten indes Zertifikate zukaufen.

Wie viele Verschmutzungsrechte ein Hersteller bekommt, soll sich laut Gesetzentwurf nach dem Verhältnis der produzierten E-Fahrzeuge zu dem der Autos mit konventionellem Motor ergeben.

„Die Quotenpolitik für Kohlendioxid-Emissionen wird das gesunde Wachstum des neuen E-Mobilitätsmarktes unterstützen“, kommentierte Ye Shengji, stellvertretender Generalsekretär des chinesischen Automobilverbandes. Noch bis zum 25. August kann die Industrie zu dem Entwurf eine Stellungnahme abgeben. Wann die Regelung tatsächlich greifen könnte, steht noch nicht fest.

 

China fährt elektrisch davon

China fördert den E-Auto-Markt massiv. Die Regierung zahlt beim Kauf eines Stromers nicht nur üppige Zuschüsse. Autokäufer erhalten für die emissionsarmen Fahrzeuge auch wesentlich leichter eine Zulassung als für Benziner oder Diesel.
Und die E-Mobilitäts-Offensive der Regierung in Peking zeigt Erfolg. Erstmals liegt China in diesem Jahr bei einem von dem Beratungshaus McKinsey erstellten Ranking der wichtigsten E-Auto-Hersteller auf Platz eins. Allein im vergangenen Jahr wurden in China laut Statistik mehr als 200.000 neue Stromer zugelassen. 

Jana Kugoth
Keywords:
Emissionshandel | China | Elektromobilität
Ressorts:
Governance

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