Übernahme
24.07.2012

Chinas Jagd nach Ressourcen

Nexen
Nexen-Plattform in der Nordsee

Der chinesische Öl- und Gasproduzent Cnooc schluckt den kanadischen Nexen-Konzern. Trotz der wohl größten Übernahme eines chinesischen Unternehmens im Ausland dürfte die Vormachtstellung von BP und Co nicht ins Wanken geraten.

Für knapp 12,5 Milliarden Euro sichert sich der Staatskonzern aus Fernost auf einen Schlag zusätzliche Fördergebiete in Kanada, Nigeria, am Golf von Mexiko und in der Nordsee. Über den Deal seien sich Manager beider Unternehmen bereits einig, nun müssen noch die Nexen-Aktionäre und Kartellbehörden dem Geschäft zustimmen. Amerikanischen Medienberichten zufolge handelt es sich um die größte Übernahme eines chinesischen Unternehmens im Ausland.

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„Die Übernahme spricht für unser starkes Vertrauen in Nexens reichhaltiges und vielseitiges Portfolio“, erklärt Cnooc-Chef Wang Yilin. Mit Nexen holen sich die Chinesen wichtiges Know-how und Praxiserfahrung für die Förderung von Ölsanden, der Tiefseeförderung und beim Shale Gas ins Haus. Die Volksrepublik versucht seit längerem ihren wachsenden Energiebedarf durch Zukäufe im Ausland zu stillen. Laut BP-Bericht wird der Tagesbedarf des Landes beim Öl bis 2030 um acht Millionen Barrel (knapp 1,3 Milliarden Liter) zunehmen, bei einem derzeitigen Verbrauch von rund 9,5 Millionen Barrel (1,5 Milliarden Liter) täglich.

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Wie wichtig den Chinesen die Übernahme ist, zeigt ihre Zahlungsbereitschaft. Mit rund 22,70 Euro liegt der Kaufpreis pro Aktie um 61 Prozent über dem am 20. Juli verzeichneten Kurs. Der chinesische Konzern finanziere das Geschäft dabei aus eigenen Rücklagen und über Kredite. Cnooc rechnet mit einem Abschluss der Transaktion im letzten Quartal des Jahres.

Energieexperte Steffen Bukold bewertet die drohenden Machtverschiebungen auf dem globalen Fördermarkt: „Zwar werden die Chinesen in puncto Fördermenge wohl in den kommenden Jahren mit BP und Co gleichziehen.“ Doch verfügten die britischen und amerikanischen Öl- und Gaskonzerne über Geschäftsnetzwerke, die teils seit Jahrzehnten gewachsen sind. „Diesen Standortvorteil dürften die Chinesen so rasch nicht einholen", zitiert der Spiegel den Experten. Da die Verfügbarkeit von Öl deutlich abnehmen und die Ressource deswegen teuerer wird, werden die Sparmaßnahmen ganz anders ablaufen."

Daniel Seeger
Keywords:
Erdgas | Erdölkonzerne | Rohstoffe | Offshore
Ressorts:
Markets

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