Kohlenstoff-Preis
27.05.2016

Chinas Schlüsselrolle beim CO2-Preis

Foto: Flickr
Die Liste der Länder, die CO2 mit einem Preis belegen, wächst.

Die Menge des mit einem Preis belegten klimaschädlichen Kohlenstoffdioxids könnte sich durch die Einführung eines Emissionshandels in China verdoppeln. Das zeigt eine aktuelle Studie der Weltbankgruppe, die diese Woche veröffentlicht wurde.

 

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Aktuelle Schätzungen gehen demnach davon aus, dass sich der weltweite Gesamtwert der Initiativen zur CO2-Bepreisung von derzeit 50 Milliarden US-Dollar auf 100 Milliarden US-Dollar verdoppeln könnte. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Weltbankgruppe mit dem Titel Carbon Pricing Watch 2016 hervor, der diese Woche auf der heute endenden internationalen Konferenz Carbon Expo in Köln vorgestellt wurde.

Vergangenes Jahr hatte Chinas Staatspräsident Xi Jinping die Einführung eines landesweiten Emissionshandels ab 2017 angekündigt. China ist der größte Emittent von Treibhausgasen weltweit.

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Allerdings ist so ein System nicht von heute auf morgen zu haben, sondern bedarf immenser technischer und politischer Vorarbeit. Derzeit laufen im Reich der Mitte bereits in sieben Regionen Pilotprojekte, ab 2017 wird erst einmal eine Testphase anlaufen, der eigentliche Handel „funktioniert vollständig voraussichtlich erst ab 2020“, sagt Constanze Böning von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Sie berät die chinesische Regierung in Peking im Auftrag der GIZ. Bundesumweltministern Barbara Hendricks (SPD) fördert das Projekt mit vier Millionen Euro.

 

Australien wieder dabei

Laut Weltbank-Studie ist die Liste der Staaten, die für CO2 einen Preis verlangen, im vergangenen Jahr um vier Staaten gewachsen: Südkorea, Portugal, Australien und die kanadische Provinz British Columbia. 
Australien macht damit eine Entscheidung des damaligen Premierminister Tony Abbott rückgängig. Abbott hatte 2014 nach zwei Jahren die damals geltende CO2-Steuer abgeschafft, um damit die Energiekosten zu senken.  

Insgesamt haben aktuell 40 Länder und 20 Regionen auf der Welt solche Klimaschutzinstrumente eingeführt. Zusammen sind die Staaten für ein Viertel der weltweiten Treibhausgase verantwortlich. Im vergangenen Jahr wurden durch die CO2-Bepreisung weltweit 26 Milliarden US-Dollar in die Staatskassen gespült, 60 Prozent mehr als im Jahr 2014.

Klimaforscher sehen mit Blick auf das im Pariser Klimaabkommen festgelegte Ziel einer emissionsarmen Wirtschaft bis Ende des Jahrhunderts noch dringenden Nachholbedarf. Klimaökonom Ottmar Edenhofer vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung plädiert beispielsweise dafür, weltweit einen Preis für das bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entstehende Kohlendioxid einzuführen.

Jana Kugoth
Keywords:
CO2-Preis | Kohlenstoffsteuer | Emissionshandel | Weltbank-Gruppe | Carbon Expo | Australien | Portugal | British Columbia | Südkorea
Ressorts:
Governance | Markets

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