Batteriemarkt
10.12.2012

Chinesen kaufen A123

Foto: A123
Batterieproduktion bei A123

Der chinesische Automobilzulieferer Wanxiang übernimmt den insolventen US-Batteriehersteller A123. Neben Johnson Controls und NEC hatte auch Siemens Interesse an einer Übernahme bekundet.

Wanxiang zahlt für den Kauf von A123 laut übereinstimmenden Berichten knapp 250 Millionen Dollar. Der Nordamerika-Chef des Automobilzulieferers betonte, die Übernahme beschleunige das Wachstum seines Unternehmens bei alternativen Antrieben. Neben Wanxiang hatten auch der US-Batteriehersteller Johnson Controls sowie zwei weitere Unternehmen für A123 geboten, laut Berichten handelte es sich dabei um NEC und Siemens. Der Siemens-Konzern wollte dies am Freitag auf Nachfrage von BIZZ energy today weder bestätigen noch dementieren.

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Der Deal beinhaltet allerdings nicht Verträge, die A123 mit der US-Regierung geschlossen hatte. Dieser Teil der Geschäfte wird von einem lokalen Unternehmen im US-Bundesstaat Illinois übernommen.

Damit soll es den US-Behörden offenbar erleichtert werden, dem Verkauf an Wanxiang zuzustimmen. Die US-Regierung hatte A123 mit einem Darlehen von 250 Millionen Dollar gefördert. Das Unternehmen sollte ein zentraler Bestandteil einer neuen, grünen US-Automobilindustrie sein. David Viau, Chef von A123, betonte, dass das Geschäft unter Rücksichtsnahmen auf nationale Sicherheitsinteressen Zustande gekommen sei.

Preiskampf auf dem Batteriemarkt

A123 wollte zu einem großen Player im Geschäft mit Antriebsbatterien für Elektrofahrzeuge werden. Dazu hatte das Unternehmen eigene Werke in den USA errichtet. Dem Hersteller wurde zum Verhängnis, dass der Absatz von Elektrofahrzeugen auch in den USA stockt, gleichzeitig jedoch die Preise für Lithium-Ionen-Akkus deutlich gesunken sind. Zuletzt drückten A123 Schulden in dreistelliger Millionenhöhe. Im Oktober 2012 stellte das Unternehmen dann den Insolvenzantrag.

Studien mehrerer Beratungsunternehmen, darunter AT Kearney, sagen voraus, dass wegen starkem Kostendruck in wenigen Jahren nur noch eine Handvoll Batteriehersteller weltweit übrig bleiben werden. Die Mehrheit wird aus Asien kommen.

Öl-Konzern Nexen geht an Cnooc

Die A123-Übernahme durch Wanxiang ist bereits der zweite Verkauf eines nordamerikanischen Unternehmens aus dem Energiesektor an eine chinesische Firma innerhalb weniger Tage. Letzte Woche hatte Cnooc, ein staatliches Öl-Unternehmen, für 15 Milliarden US-Dollar das kanadische Öl- und Gasunternehmen Nexen übernommen.

Großes Foto: Elektroauto/lucadp

 

 

 

 

Karsten Wiedemann
Keywords:
Elektromobilität | Batterien | A123 | Siemens | Wanxiang | USA
Ressorts:
Finance | Markets

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