Fracking
31.07.2013

Chinesisches Schiefergas mit Startschwierigkeiten

Petrochina

In China gerät die Schiefergasförderung ins Stocken. Die Unternehmen sind oft unerfahren, es fehlen technische und finanzielle Mittel. Die Regierung in Peking droht nun bereits damit, Förderlizenzen abzuerkennen.

Vor sieben Monaten hatte die chinesische Regierung in einer zweiten Ausschreibungsrunde Förderlizenzen für 19 Felder an 16 lokale Unternehmen verteilt. Viele dieser Unternehmen hätten bis jetzt nur oberflächlich Untersuchungen vorgenommen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. In gerade mal fünf der 19 Blöcke fanden demnach erste seismische Erkundungsarbeiten statt. Andere Unternehmen hätten ihren Fokus zunächst auf das Einsammeln von Kapital gelegt, anstatt die eigenen Felder zu erkunden.

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Das Problem: Im Gegensatz zu großen internationalen Konzernen, die in den USA bereits seit langem am Schiefergasboom mitwirken, haben die 16 Unternehmen in China zum Teil keine Erfahrung im Gasgeschäft. Nur sechs der Unternehmen kommen direkt aus der staatlich dominierten Förderindustrie, darunter Huadian, Shenhua Coal und China Coal.

Die geografischen Gegebenheiten sind zudem ungünstiger als in den USA. Die Vorkommen dort liegen vor allem im Norden, in wasserarmen Gebieten“, betonte Wolfgang Pflüger, Volkswirt der Hamburger Privatbank Berenberg, im Interview mit BIZZ energy today. „Die Förderunternehmen müssen daher erstmal das Problem der Wasserversorgung lösen. Wie sich dann die Förderkosten dort insgesamt entwickeln, ist völlig offen.“

Regierung will Wettbewerb forcieren

Mit der breiten Vergabepolitik wollte Peking ursprünglich den Wettbewerb erhöhen. Statt der erhofften Beschleunigung der Schiefergasförderung geht nun jedoch das Tempo aufgrund des fehlenden Know-hows und der knappen finanziellen Mittel merklich verloren.   

Ursprünglich hatten die Förderunternehmen im Rahmen der Ausschreibung versprochen, innerhalb von drei Jahren zwei Milliarden US-Dollar in die Entwicklung der Felder zu investieren. Das zuständige Ministerium will nun die Fortschritte genau beobachten. Kommen die Unternehmen ihren Versprechungen nicht nach, droht die Aberkennung der Lizenzen. 

In China werden mit die größten Schiefergasvorkommen weltweit vermutet. Laut der US-Energieagentur EIA schlummern im Land der aufgehenden Sonne 31,6 Billionen Kubikmeter förderbares Schiefergas. Deutschland könnte allein mit diesen Vorkommen über 300 Jahre auskommen. Peking hofft auf einen ähnlichen Boom wie in den USA. Nach Ansicht des Finanzanalysten Pflüger wird Peking das Schiefergas vor allem für den eigenen Energiebedarf nutzen. „Ob die Chinesen auch exportieren, ist fraglich.“

Den ganzen Artikel finden Sie in unserer Internationalen Presseschau.

 

Daniel Seeger
Keywords:
China | Schiefergas | shale gas | Peking | Huadian | China Coal | Shenhua Coal | Erdgas
Ressorts:
Governance | Markets

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