Elektromobilität
02.01.2018

Chinesisches Shenzhen elektrisiert alle Taxis

Fotos: Wikimedia commons/Wahsaw, BYD
Elektro-Taxi des Autobauers BYD in Shenzhen

Ihre Busflotte hat die chinesische Stadt Shenzhen inzwischen komplett auf Batterieantrieb umgestellt. Als nächstes sind die Taxis dran.

16.359 Busse fahren in der südostchinesischen Metropole Shenzhen. Sie haben seit Ende Dezember alle Elektroantrieb. Die Verwaltung der 12-Millionen-Einwohner-Stadt arbeitet schon seit einiger Zeit an dem Ziel, die noch fehlenden rund 2.000 Diesel-Busse legte sie in den vergangenen beiden Monaten still, berichtet das Portal All Shenzhen.

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Und damit ist nicht Schluss: In Zukunft sollen alle Taxis in Shenzhen ebenfalls mit Batterie fahren. Rund 12.000 von insgesamt 17.000 Taxen sind bereits elektrisch unterwegs, bis 2020 sollen die übrigen Benziner und Diesel durch Fahrzeuge mit E-Antrieb ersetzt werden. Laut Zheng Jingyu, dem Chef der städtischen Verkehrsgesellschaft, könnte das Ziel auch schon früher erreicht werden.

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Investitionen in Infrastruktur

Damit der Betrieb der E-Busse reibungslos funktioniert, hat die Stadt kräftig in die Infrastruktur investiert: 510 Bus-Ladestationen sowie 8.000 Straßenlaternen-Ladepunkte wurden eingerichtet. Ein Bus lässt sich an ersteren innerhalb von zwei Stunden komplett aufladen, 300 Busse können so täglich betrieben werden.

Die Elektro-Initiative kommt nicht von ungefähr: Shenzhen hat ein massives Problem mit Luftverschmutzung. Die E-Busse sollen pro Jahr 345.000 Tonnen Treibstoff sowie 1,35 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen einsparen, weitere 116.000 Tonnen Treibstoff weniger sollen die E-Taxis bringen.

BYD hat Sitz in Shenzhen

Außerdem beherbergt die Stadt den Autobauer BYD. Das Unternehmen stellt sowohl Elektroautos aus auch E-Busse her und profitiert von städtischen Subventionen: Allein im vergangenen Jahr investierte Shenzhen umgerechnet rund 400 Millionen Euro in Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur.

Der Betrieb der Elektrobusse ist dem Portal Clean Technica zufolge für die Stadt deutlich günstiger als der ihrer Diesel-Äquivalente: Die Kosten für Strom liegen nur bei einem Drittel der Kosten für Diesel. Neben dem gesparten Geld und der saubereren Luft hat die E-Flotte zudem noch einen dritten Vorteil: Shenzhen ist deutlich ruhiger geworden.  

Weiter Abhängigkeit von Kohlestrom

Völlig sauber ist der Bus- und Taxisektor damit aber noch nicht; trotz des äußerst starken Wachstums erneuerbarer Energien stammen immer noch 66 Prozent des Stroms in China aus Kohlekraftwerken (Stand 2016). Vor allem Wasserkraft spielt jedoch eine immer wichtigere Rolle.

 

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Jutta Maier
Keywords:
Elektromobilität | Ladeinfrastruktur
Ressorts:
Governance | Markets

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