Die „Direct Air Capture-Anlage“ von Climeworks soll im Rahmen eines Forschungsprojekts in der süditalienischen Stadt Troia jährlich bis zu 150 Tonnen Kohlendioxid (CO2) aus der Umgebungsluft filtern. Das CO2 soll dann als Rohstoff für eine Power-to-Gas-Anlage dienen. Sie produziert Methan mithilfe von grünem, aus Solarstrom gewonnenem Wasserstoff.

Drei sogenannte Kollektoren von Climeworks, die großen Lüftungsanlagen ähneln, saugen Luft an. Filter im Inneren sondern daraus CO2 ab. Gemeinsam mit dem per Elektrolyse gewonnenen Wasserstoff wird es in Reaktoren der Versuchsanlage des Forschungsprojekts „Store & Go“ zu Methan. Das Gas lässt sich ins Netz einspeisen oder zum Antrieb von Erdgasfahrzeugen nutzen.

Climeworks begann vor rund einem Jahr im schweizerischen Hinwil mit dem Direct Air Capturing. Die dortige größere Anlage zieht pro Jahr rund 900 Tonnen CO2 aus der Umgebungsluft. Das Gas wird in ein Gewächshaus geleitet und von den Pflanzen darin photosynthetisch verarbeitet.

Neue Finanzierungsrunde

Die Climeworks-Gründer Christoph Gebald und Jan Wurzbacher haben jüngst in einer Finanzierungsrunde umgerechnet fast 27 Millionen Euro Wagniskapital der Zürcher Kantonalbank eingesammelt. Kombiniert mit Privatkapital und Fördermitteln, soll das Geld Climeworks in die Lage versetzen, seine Anlagen in Serie zu produzieren.

Die technische Absonderung von CO2 zwecks Verwertung oder unterirdischer Lagerung galt lange als zu aufwändig und zu wenig effektiv. Angesichts jüngster Zahlen, die trotz des Klimaschutzabkommens von Paris den ungebremsten Anstieg des Kohlendioxid-Ausstoßes in der Welt belegen, wächst das Interesse an Technologien zur CO2-Absonderung jedoch.

 

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Climeworks-Anlage im intalienischen Troia. Sie ist Teil des EU-geförderten Forschungsprojekts Store & Go. (Foto: Climeworks/Domenico Grossi)