Internationale Energieagentur
11.06.2013

CO2-Ausstoß erreicht Rekordwert

Der CO2-Ausstoß nimmt weltweit zu. 31,6 Gigatonnen Kohlendioxid gelangten im vergangenen Jahr in die Atmosphäre. Doch beim größten Umweltsünder China zeichnet sich ein Wende ab.

31,6 Gigatonnen Kohlendioxid sind im vergangenen Jahr weltweit in die Atmosphäre geblasen worden, ein Anstieg um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das geht aus dem World Energy Outlook-Spezial hervor, den die Internationale Energieagentur (IEA) Anfang der Woche in London vorlegte. „Der Bericht zeigt, dass der Pfad, auf dem wir uns momentan bewegen, zu einer Klimaerwärmung von 3,6 bis zu 5,3 Grad Celcius führt“, warnte IEA-Chefin Maria van der Hoeven. Vor allem in den Entwicklungsländern würden die Emissionen stark zunehmen. 

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Doch ausgerechnet bei den beiden größten Umweltsündern, den USA und China, zeichnet sich eine Trendwende ab. Mit der Umstellung von Kohle zu Gas konnten die Amerikaner ihren CO2-Ausstoß um 200 Millionen Tonnen senken, das entspricht etwa einem Niveau Mitte der 90er Jahre. In China wuchsen die Emissionen zwar um 300 Millionen Tonnen an, das ist allerdings mit der geringste jährliche Anstieg der Volksrepublik in der vergangenen Dekade. Die IEA führt die positive Entwicklung auch auf den gewaltigen Ausbau bei den Erneuerbaren zurück. Bereits seit einigen Jahren verzeichnet China zum Beispiel in der Windenergie die größten Zubauraten.

CO2-Ausstoß weltweit

Zum Vergleich: In Japan stiegen die Emissionen nach Fukushima aufgrund der gedrosselten Kernenergie um 70 Millionen Tonnen, wohingegen der Ausstoß in Europa um 50 Millionen Tonnen sank. Deutschland, das Energiewendeland, enttäuscht im Ländervergleich: Wegen der zunehmenden Verfeuerung von günstiger Kohle wuchs der CO2-Ausstoß gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Prozent auf 17 Millionen Tonnen. In Großbritannien erreichte der Zuwachs sogar 4,5 Prozent (21Millionen Tonnen). 

Noch ist es nicht zu spät

Eine Kehrtwende beim Klimaschutz sei laut der Internationalen Energie Agentur noch möglich. Dafür müssten die Emissionen im Energiesektor, die zu zwei Dritteln für die weltweite Luftverschmutzung verantwortlich sind, gesenkt werden.

IEA-Chefin van der Hoeven stellt in dem IEA-Report vier Maßnahmen vor, mit der sich das Zwei-Grad-Ziel für die Erderwärmung noch erreichen ließe: Dafür müssten die Staaten ab sofort Effizienzmaßnahmen einführen, stärker von der Kohlekraft abrücken, den Methanausstoß bei der Öl- und Gasförderung minimieren und Subventionen für fossile Energien zurückfahren.

Allein für die Steigerung der Effizienz müssten bis 2020 weltweit zwar zusätzliche 200 Millionen US-Dollar invesitiert werden. Das würde jedoch durch die gesenkten Energiekosten mehr als ausgeglichen, verspricht die IEA. 80 Prozent der für die Erreichung des Zwei-Grad-Zieles nötigen Emissionsreduktion könnten mit den vier Maßnahmen erreicht werden. 

Daniel Seeger
Keywords:
IEA | Klimawandel | Maria van der Hoeven | World Energy Outlook | International
Ressorts:
Governance | Technology

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