Luftfahrt
08.02.2016

CO2-Standards für Luftverkehr im Anflug

foto: flickr/Dirk Vorderstraße

Die internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO will Grenzwerte für den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase von Flugzeuge festlegen.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) begrüßt die von der Sonderorganisation der Vereinten Nationen für den Luftfahrtverkehr (ICAO) geplante Einführung von CO2-Grenzwerten. Die Luftfahrt habe eine „intrinsische Motivation“, klimaschädliche Treibhausgasemissionen zu senken, sagt Klaus-Peter Siegloch, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) gegenüber bizz energy. Denn die Einsparung von Kerosin bringe auch finanzielle Vorteile mit sich. Bis zu 30 Prozent aller Kosten entfielen demnach bisher auf den Treibstoff.

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Für finanziell angeschlagene Fluglinien wie die deutsche Air Berlin stellten die Grenzwerte jedoch auch zusätzliche Belastungen dar, ergänzt Siegloch. Deshalb müsse Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) der Branche für die klimafreundliche Umrüstung der Flotten „die nötige Investitionskraft ermöglichen“, fordert er. Beispielsweise müsse die 2011 eingeführte Luftverkehrssteuer gestrichen werden. Die Steuer fällt auf Flüge mit dem Start auf deutschen Flughäfen an und stellt BDL für deutsche Airlines einen Wettbewerbsnachteil dar.

Die ICAO mit Sitz im kanadischen Montreal will voraussichtlich am heutigen Montag bei ihrer zehnten Sitzung internationale Grenzwerte für den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase von Flugzeugen festlegen. Im Herbst will die ICAO einen marktbasierten Ansatz für alle 191 Mitglieder erarbeiten. Das Abkommen soll 2020 in Kraft treten.

Der Luftverkehr war nicht Teil des im Dezember 2015 verabschiedeten Klimavertrags. Die 191 ICAO-Mitglieder – zu der auch eine Delegation des Bundesverkehrsministeriums zählt – arbeiten jedoch seit rund sechs Jahren an der Einführung internationaler CO2-Grenzwerte für Flugzeuge.

Die neuen Auflagen könnten die Flugzeugbauer Airbus und Boeing zwingen, den Bau einiger Flugzeugmodelle bis spätestens 2023 einzustellen, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters aus dem ihr vorliegenden ICAO-Vertragsentwurf.

Die Billigfluglinie EasyJet tüftelt derweil an einem Flugzeug mit Brennstoffzelle, dass noch in diesem Jahr zu ersten Testflügen abheben soll. 

Redaktion
Keywords:
Luftfahrt | CO2-Grenze | Treibhausgase | Klimaschutz | ICAO | Montreal | BDL
Ressorts:
Governance | Markets

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