Klimawandel
03.07.2018

Chinas CO2-Emissionen könnten Höhepunkt überschritten haben

Foto: iStock
Chinesische Städte wie Shanghai verringern ihre CO2-Emissionen.

Die Volksrepublik hatte im Pariser Klimaabkommen versprochen, die Kohlendioxid-Emissionen ab 2030 nicht mehr zu erhöhen. Dieses Ziel könnte laut einer Studie bereits erreicht sein.

Chinas Treibhausgas-Emissionen fallen schneller als erwartet. Einer Studie der englischen University of East Anglia zufolge könnte das Land den Höchststand seiner CO2-Emissionen bereits überschritten haben und seine Ziele früher als erwartet erreichen. Bereits im Jahr 2013 sollen Chinas Treibhausgase mit 9,5 Gigatonnen ihren Höhepunkt gehabt haben.

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Unter anderem die Nachrichteagentur Bloomberg berichtet über die Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Geoscience veröffentlicht wurde. Demnach hat der Rückgang der Emissionen um 4,2 Prozent zwischen 2013 und 2016 mit neuen Technologien der Energieerzeugung in den Städten zu tun. Die Industriestruktur wurde verändert und die Kohleverstromung eingeschränkt. Das Land hat in den letzten Jahren den Bau von Kohlekraftwerken gebremst und zunehmend in erneuerbare Energien investiert. Auch das langsamere Wirtschaftswachstum trug zu dieser Entwicklung bei.

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Damit könnte China möglicherweise schon mehr als ein Jahrzehnt früher als geplant seine Verpflichtungen aus dem Pariser Abkommen erfüllen. Die Volksrepublik hatte versprochen, dass ihre Emissionen ab dem Jahr 2030 nicht mehr steigen.

Wendepunkt im Kampf gegen Klimawandel

Die Senkung der chinesischen Emissionen sei ein „enormer Wendepunkt“ im Kampf gegen den Klimawandel, schreiben die Autoren der Studie. Zusammen mit Kanada und der Europäischen Union sei China führend bei der Reduzierung der Treibhausgase.

Gleichzeitig warnen die Forscher: Chinas Emissionen und Wirtschaftswachstum können in den kommenden Jahren noch schwanken – ein endgültiger Wendepunkt sei noch nicht ausgemacht. So sind 2017 auf Grund der wachsenden Wirtschaft nach drei Jahren der Stagnationen die weltweiten CO2-Emissionen wieder um zwei Prozent gestiegen, hat der Forscherverbund Global Carbon Projekt (GCP) berechnet. China sei maßgeblich daran beteiligt: Es habe wieder mehr Kohle verbraucht und wegen Regenmangel weniger Wasserkraft genutzt.

Die Wissenschaftler der University of East Anglia in Norwich sind aber zuversichtlich, dass die insgesamt positive Entwicklung in China anhalten werde, da sie durch eine langfristige Regierungspolitik gestützt sei. So hat China Ende letzten Jahres ein Emissionshandelssystem gestartet. Der Rückgang der CO2-Emissionen Chinas dürfte anhalten, wenn sich die industrielle Struktur und die Energieeffizienz des Landes weiter verändere.

Lesen Sie auch: Neue Mobilität - China bestimmt die Regeln

Carsten Kloth
Keywords:
Klimawandel | China
Ressorts:
Governance

Kommentare

Trotz all dem ist der Kohle Verbrauch seit 2016 wieder am steigen. Ich sehe - aber glauben kann ich's nicht so recht.

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