Offshore
03.06.2019

Neuer Windpark vor dem Darß genehmigt

Foto: EnbW
Im Erweiterungsgebiet um den EnBW-Windpark Baltic 1 sind 103 neue Windräder vorgesehen.

Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt hat den Bau von mehr als 100 Windenergieanlagen vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst gestattet. Gegen den neuen Windpark klagen die Gemeinden Prerow und Zingst.

Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt in Stralsund hat vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst in Mecklenburg-Vorpommern einen zweiten Offshore-Windpark genehmigt. Im künftigen Windpark „Gennaker“ können demnach 103 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 865 Megawatt sowie zwei Umspannplattformen errichtet werden, teilte das Amt mit.

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Die kürzeste Entfernung der maximal 175 Meter hohen Anlagen vom Land sei zehn Kilometer im Norden von Fischland-Darß-Zingst und 24 Kilometer im Westen der Insel Hiddensee. Die Genehmigung sei dem Unternehmen OWP Gennaker GmbH in Bremen erteilt worden. Zuvor hatte der Sender NDR 1 Radio MV berichtet.

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„Gennaker“ soll in Nachbarschaft zum Windpark „Baltic 1“ entstehen. Seit Mai 2011 drehen sich dort 21 Windräder. Er war der erste Offshore-Windpark Deutschlands in der Ostsee und wird vom baden-württembergischen Energieversorger EnBW betrieben. Die Windräder stehen in 16 Kilometer Entfernung zur Küste, die mehr als 100 Meter hohen Anlagen sind vor dort aus gut mit bloßem Auge zu erkennen.

Kritiker fürchten um "natürlichen Horizont"

Auf der touristisch geprägten Halbinsel gibt es Widerstand gegen den neuen Windpark. Der Zingster Bürgermeister Andreas Kuhn (CDU) zeigte sich gegenüber der Ostsee-Zeitung überrascht. Mit der Genehmigung würden Fakten geschaffen, ohne dass alles durchgeprüft worden sei. Die Gemeinden Zingst und Prerow hätten zusammen eine Klage gegen die Erweiterung des bestehenden Windparks „Baltic 1“ auf den Weg gebracht. Die Normenkontrollklage richtet sich gegen das Landesraumentwicklungsprogramm. Über sie gebe es seitens des Oberverwaltungsgerichts noch keine Entscheidung.

Kritiker befürchten unter anderem Gefahren für die Schifffahrt und negative Auswirkungen auf den Tourismus. Der Windpark belege am Nordstrand den gesamten Horizont – einen Sonnenuntergang ohne blinkende Windräder würde es nicht mehr geben, heißt es in einer im vergangenen Jahr abgelaufenen Online-Petition zum Thema. Menschen kämen ans Meer um die Weite und unberührte Natur zu erleben. Echte Erholung brauche den natürlichen Horizont.

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ck/dpa
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Offshore | Windenergie
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Kommentare

Der Anteil der alternativen Energie am Gesamtstrombedarf wird nie gross genug sein, um ihn ohne fossile brennstoffe zu decken. Zum Zweiten gibt es keine Infrastruktur um die erzeugte Energie zu speichern.Drittens der Wirkungsgrad solcher Anlagen ist durch die Wirbelbildung zwischen den windrädern viel niedriger als immer suggeriert wird.Der Schaden , der der Umwelt zugefügt wird unermersslich. Den Menschen sollten noch spargelfreie Flächen erhalten bleiben.

Wind über dem Wasser zur Stromerzeugung nutzen hört sich auf den ersten BWL-Blick gut an: mehr als 2fache Volllaststunden, nur 50% mehr Invest- und Betriebskosten. Die Netzeinbindung zahlen andere über gesetzliche Umlagen und wenn die Inbetriebnahme wegen Netzengpass nicht klappt zahlen alle den Nicht-erzeugten Strom. Ein prima Geschäft. Aber weder ökologisch noch volkswirtschaftlich sinnvoll. Der Strom wird im industriellen Süden und Südwesten gebraucht, aber Bayern weigert sich hartnäckig, Windstrom zuzulassen (10H-Verbot). Die damit wichtiger werdenden Gigatrassen werden durch Netzumlagen finanziert und mit (juristischer) Gewalt gegen die Bevölkerung durchgesetzt. Dabei wären dezentrale Stromgeneratoren aus Wind und Sonne um so vieles schneller und kostgünstiger. Wann stoppen wir Wählenden endlich diesen Irrsinn?

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