Die angeschlagene Conergy AG gab am Montagabend den Verlust der Hälfte ihres Grundkapitals von etwa 160 Millionen Euro bekannt. Zum Stichtag 30. September 2012 lag das Eigenkapital bei 72 Millionen Euro. 

Die Einbuße sei vor allem der 16-Millionen-Euro-Belastung aus der Vertragsauflösung mit dem US-Waferhersteller MEMC Electronic Materials geschuldet. Conergy hatte im September den bis 2018 geplanten Liefervertrag für Siliziumwafer über rund 461,5 Millionen Euro annulliert. „Die Auflösung des Vertrages ist eine Befreiung von einer schweren Last aus der Vergangenheit und eine wesentliche Voraussetzung für das Fortkommen des Unternehmens“, sagte Conergy-CEO Philip Comberg. Das Unternehmen könne nun seine Produktionsmaterialien flexibler und zu marktgerechten Preisen beziehen.

Wegen des Verlusts will der Vorstand in den nächsten Tagen eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Diese würde sich nicht auf den operativen Geschäftsbetrieb auswirken, unterstreicht Comberg: „Wir kommen damit lediglich unserer rechtlichen Informationspflicht an unsere Aktionäre nach.“

Um seiner finanziellen Schieflage zu entkommen, betreibt der Solaranbieter seit längerem ein Sanierungsprogramm. Dadurch war es dem Unternehmen im ersten Halbjahr noch gelungen, seine Defizite zu begrenzen. Für das verbleibende Jahr hat der Vorstand die Hoffnung auf schwarze Zahlen aufgegeben.