Atomausstieg
06.08.2012

AKW-Rückbau im Südwesten

Die EnBW Kernkraftsparte EnKK hat die Rückbaustrategie für die abgeschalteten Atomanlagen in Neckarwestheim und Philippsburg beschlossen. Dem Konzern stehen nun ein langwieriger Genehmigungsprozess sowie hohe Kosten bevor.

Mit dem Rückbau der Kraftwerke in Neckarwestheim (GKN) und Philippsburg (KKP) soll direkt begonnen werden. „Dadurch schaffen wir Klarheit für die Öffentlichkeit, unsere Mitarbeiter und unsere Geschäftspartner“, erklärt Jörg Michels, Vorstandsvorsitzender der EnKK.

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Seit der Abschaltung im vergangenen Jahr befinden sich die Blöcke GKN I und KKP 1 im Nachbetrieb, der noch mehrere Jahre dauern wird. Die EnKK bereitet in einem langwierigen Verwaltungsprozess die Rückbauarbeiten vor. „Man kann die Anlagen nicht einfach stilllegen und abbauen“, erklärt Michels. Auch für abgeschaltete Anlagen sind Genehmigungen der atomrechtlichen Behörde erforderlich.

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In Genehmigungsanträgen müssen nun die Rückbauvorhaben detailliert dargestellt werden. Das Unternehmen rechnet damit, dass sich allein die erste Antragstellung ein bis zwei Jahren hinziehen wird. Wie lange es danach braucht, bis die Behörden eine Genehmigung erteilen, ist offen. Das 2005 stillgelegte Kernkraftwerk in Obrigkeit erhielt die Genehmigung für den ersten Bauabschnitt rund vier Jahre nach Antragstellung.

Die Kosten für den Rückbau ihrer Anlagen müssen die Energieunternehmen laut Gesetz selber tragen. Die EnBW hat dafür Rückstellungen von insgesamt knapp 6,6 Milliarden Euro in 2011 gebildet. Damit sei auch die Entsorgung von Brennelementen und die Endlagerung abdeckt.

Im Vergleich zum Rückbau in Obrigheim (350 Megawatt), für den der Konzern mit einem mittleren dreistelligen Millionenbereich rechnet, handelt es sich nun um erheblich größere Anlagen (1.200 bis 1.400 Megawatt). Wie hoch die Kosten in Neckarwestheim und Philippsburg werden, dazu gibt es keine konkreten Zahlen.

Daniel Seeger
Keywords:
Atomausstieg | Atomkraftwerk | EnBW
Ressorts:
Technology

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