Solarbranche
07.08.2012

Deutsche Zulieferer gegen Strafzölle


Gerd Altmann, Pixelio.de
Chinesische Hersteller sollen künftig für einen Markteintritt zahlen, wenn es nach der EU-Solarbranche geht.

Nach Wacker Chemie spricht sich auch das Technologieunternehmen Heraeus gegen Strafzahlungen für chinesische Solarmodulhersteller aus: Ein Handelskrieg zwischen der Europäischen Union und China würde der europäischen Solarbranche nur schaden.

Der Hanauer Technologie- und Edelmetallkonzern Heraeus bezieht im drohenden Handelsstreit zwischen Solarunternehmen in der EU und China klar Stellung: „Heraeus stand schon immer in der Tradition der Wahrung des freien Handels ohne staatlich-protektionistische Eingriffe“, sagte Frank Heinricht, Vorsitzender der Geschäftsführung. „Daher sehen wir auch im vorliegenden Fall der angestrebten Einfuhrzölle auf Solarmodule chinesischer Produktionen einen klaren Eingriff in die Regeln des freien Wettbewerbs.“ Ein daraus resultierender Handelskrieg zwischen der Europäischen Union und China würde den Unternehmen der europäischen Solarindustrie zusätzlichen Schaden zufügen, betont Heinricht.

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Heraeus ist ein Zulieferer der Solarbranche. Das Unternehmen stellt unter anderem eine Silberleitpaste für Solarmodule her, die auch von chinesischen Herstellern genutzt wird.

Bereits Ende Mai äußerte sich Wacker Chemie aus München zum drohenden Handelsstreit zwischen der Europäischen Union und China. „Nach unserer Überzeugung helfen protektionistische Maßnahmen nicht, die heimische Solarindustrie zu schützen, im Gegenteil, sie beeinträchtigen die Zukunftschancen der Photovoltaik“, sagte Rudolf Staudigl, Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns. Wacker ist weltweit der zweitgrößte Herstellers von Reinst-Silizium für die Solar- und Halbleiterbranche.

Erst im Mai 2012 belegte das US-Handelsministerium Importe chinesischer Solarhersteller mit Einfuhrabgaben von 30 bis zu 250 Prozent. Ende Juli reichten mehr als 20 Solarfirmen eine Klage vor der EU ein. In den USA sowie in Europa ist die Bonner Solarwold von Frank Asbeck einer der Kläger.

Niels Hendrik Petersen
Keywords:
Chemie | Photovoltaik | Solarworld
Ressorts:
Governance | Markets

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