Der Mannheimer Biosprithersteller Cropenergies hat im abgelaufenen Geschäftsjahr (1. März 2013 bis 28. Februar 2014) seinen Umsatz um 13 Prozent auf 781 Millionen Euro erhöht. Das operative Ergebnis (Ebit) brach zugleich um über 60 Prozent auf 34,5 Millionen Euro ein. 

Schuld am Ergebnisrückgang seien insbesondere die sinkenden Preise für Bioethanol seit Herbst 2013. Das Unternehmen macht dafür auch US-Importe verantwortlich, die über Norwegen nach Europa kommen und so den Zoll umgehen. Die Preise für Bioethanol liegen in Europa laut Unternehmen unter denen in den Bioethanol-Nationen Brasilien und USA. Die Südzucker-Tochter erwartet deswegen eine fortgesetzte Konsolidierung in der Branche, glaubt sich aber als einer der führenden Hersteller gut gerüstet. 

Nach Angaben des Biokraftstoffverbands lag die Produktionskapazität für Bioethanol hierzulande im vergangenen Jahr bei einer Million Tonnen, der Verbrauch bei geschätzten 1,2 Millionen Tonnen. Anlagen in Deutschland produzierten davon allerdings nur 670.000 Tonnen und blieben damit um ein Drittel unter ihren Kapazitäten. Fast die Hälfte des Bedarfs deckten die Tankstellen mit Importen aus dem Ausland. 

Cropenergies beklagt neben den Überkapazitäten auch die inkonsequente Politik in der EU; die andauernde Diskussion in Brüssel bremse das Marktwachstum. Viele Mitgliedstaaten zögerten dabei, fossile Kraftstoffe im Verkehr zu reduzieren den Anteil von Biokraftstoffen wie E10 wie geplant zu erhöhen. 

Für das laufende Geschäftsjahr hält sich das Unternehmen unter anderem wegen der schwankenden Preisentwicklung mit seiner Prognose zurück. Wegen dem Ausbau der Produktionskapazitäten steige zwar der Umsatz vermutlich auf über 850 Millionen Euro. Das operative Ergebnis taxiert das Unternehmen zwischen minus 30 bis plus 20 Millionen Euro. Das Unternehmen veröffentlicht den vollständigen Geschäftsbericht am 13. Mai.

 
Bioethanolanlage von Cropenergies im belgischen Wanze (CropEnergies)