Bioethanol
18.12.2012

Cropenergies verbessert Ausblick

Cropenergies
Die Bioethanolanlage in Wanze, Belgien, ist laut Cropenergies die modernste in Europa.

Die Südzucker-Tochter profitiert vom gestiegenen Ethanolabsatz. Der Biokraftstoffhersteller erhöht nun die Gewinn- und Umsatzprognose. Analysten sehen Einmaleffekte.

Der Bioethanol-Hersteller Cropenergies aus Mannheim hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahrs  den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent auf 510 Millionen Euro gesteigert. Höhere Produktions- und Absatzmengen von Bioethanol haben laut Angaben der Südzucker-Tochter dazu beigetragen. Das operative Ergebnis konnte auf 70 Millionen Euro gesteigert werden, ein Anstieg um 27 Millionen Euro.

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Knapp die Hälfte des Ergebnisses konnte im dritten Quartal eingefahren werden. Entscheidend für den höheren Absatz von Bioethanol war demnach „eine vorausschauende Rohstoffsicherung sowie die gestiegenen Erlöse für Lebens- und Futtermittel“. Für das gesamte Jahr wird nun ein höherer Umsatz von insgesamt 670 Millionen Euro und ein operativer Gewinn von 80 Millionen Euro erwartet. Ein deulich besseres Ergebnis als Cropenergies-Vorstand Marten Keil noch vor wenigen Wochen im Interview mit BIZZ energy today vorausgesagt hatte. „Beim operativen Ergebnis streben wir 62 bis 68 Millionen Euro an.“ 

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Die operative Marge liege im abgelaufenen Quartal bei 17 Prozent, eine Steigerung von acht Prozentpunkten, sagte Bernd Müll, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). „So eine Marge kann natürlich nicht nachhaltig sein“, so Müll gegenüber BIZZ energy today. Cropenergies habe einfach einen guten Job gemacht und vor allem den Weizen günstig eingekauft. Das Unternehmensergebnis werde sich auch wieder normalisieren. 

E10 im Markt

E10 hat sich als Kraftstoff immer mehr etabliert. Zwischen Januar und September 2012 Jahr wurden deutschlandweit 1,9 Millionen Tonnen des stark ethanolhaltigen Super-Kraftstoffs abgesetzt – gut ein Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Anteil an den gesamten Benzinverkäufen ist laut Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft von 8,6 Prozent auf knapp 14 Prozent gestiegen. Zu Beginn der Einführung in Deutschland Anfang 2011 lag der Marktanteil noch bei rund sechs Prozent. Eine Mehrheit der Verbraucher greift dennoch nach wie vor auf den teureren Standard-Superkraftstoff zurück.

EU will Biosprit beschränken

Cropenergies stellt den Ökosprit aus Getreide und Zuckerrüben her, der den Treibstoffen E5 und E10 beigemischt wird. Produktionsreste verkauft das Unternhmen als Futtermittel. Biotreibstoffhersteller stehen wegen einer möglichen Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion immer wieder in der Kritik. Im Sommer hatte sich Entwicklungsminister Dirk Niebel angesichts schlechter Ernten für ein E-10-Verbot ausgesprochen. Einige Studien zweifeln zudem die Klimaeffekte bestimmter Pflanzenspritsorten an.

Erst im Oktober 2012 legte die EU-Kommission einen Reformvorschlag für die gesetzlichen Vorschriften für Biokraftstoffe und die Produktion von Biodiesel und Bioethanol aus Lebensmittelpflanzen vor. Deren Anteil soll bei maximal fünf Prozent bezogen auf den Energieverbrauch im Verkehr gedeckelt werden. Die Behörde will zudem Biokraftstoffe der zweiten Generation, auf Basis von Reststoffen oder Algen, stärker fördern. Aus der Branche gibt es starke Kritik an den Plänen. Auch LBBW-Analyst Müll ist skeptisch: „Diese Rohstoffe sind derzeit nicht ausreichend verfügbar.“

Niels Hendrik Petersen
Keywords:
Cropenergies | Bioethanol | E10 | Südzucker | Biokraftstoffe
Ressorts:
Finance

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