Der Ankündigungswettbewerb der großen Autohersteller geht weiter: Daimler kauft nach eigenen Angaben Batteriezellen für 20 Milliarden Euro „auf dem Weltmarkt“. Das bedeutet, dass der Konzern überwiegend in Asien Verträge abgeschlossen hat. Produktionskapazitäten, die ein solches Beschaffungsvolumen ermöglichen, bestehen derzeit nur in Japan, Südkorea und China.

Falls es Daimler gelingt, seine angestrebte Elektro-Offensive ins Rollen zu bringen, und wenn die Nachfrage nach E-Autos steigt wie die Konzernstrategen erwarten, wird das Unternehmen alle Zellen brauchen, die es bekommen kann. Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche kündigt für die Sparte Mercedes-Benz Cars 130 elektrifizierte Fahrzeugvarianten bis zum Jahr 2022 an. Das umfasst praktisch die gesamte Modellpalette. Hinzu kommen sollen elektrische Transporter, Busse und Lkw.

Der Autokonzern baut derzeit einen internationalen Produktionsverbund für Lithium-Ionen-Batterien auf und muss sicherstellen, dass dieser im schärfer werdenden Wettbewerb um Batteriezellen genug Nachschub erhält. In Europa bestehen bisher trotz erheblichen politischen Interesses keine nennenswerten Produktionskapazitäten für Zellen, das wichtigste Vorprodukt vor Batteriemodule. (Lesen Sie auch: Berlin fördert Batteriezellen made in Europe)

VW bestellt für 40 Milliarden Euro

Daimler will künftig an acht Standorten Batteriemodule für seine E-Flotte montieren: Zwei Werke sind in Stuttgart geplant, einse in Sindelfingen und je eines in Peking, Bangkok und Tuscaloosa in den USA. Bisher hat erst eine Batteriemontagefabrik in Kamenz den Serienbetrieb aufgenommen, die zweite soll Anfang 2019 am selben Standort beginnen.

Vor Daimler hatte Konkurrent Audi mit einer Investitionsankündigung in ähnlicher Dimension Aufmerksamkeit erregt. Das Unternehmen will in den kommenden fünf Jahren 14 Milliarden Euro in Elektroautos, ins autonome Fahren und in die Digitalisierung seiner Flotte stecken.

Audis Mutterkonzern Volkswagen verkündete im Juni, Aufträge für Batteriezellen im Wert von 40 Milliarden Euro vergeben zu haben. Inzwischen dürften sich die Bestellungen der für 2018 angestrebten Summe von 50 Milliarden Euro nähern.

 

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Ein Smart EQ aus der Elektroauto-Flotte von Daimler. In den kommenden Jahren will der Hersteller alle seine Pkw-Modelle auch als E-Varianten anbieten. (Foto: Daimler)