Wasserstoff
02.07.2018

Daimler stattet Wohnmobil mit Brennstoffzelle aus

Foto: Daimler AG
Der Concept Sprinter F-Cell hat drei Wasserstofftanks im Unterboden, die noch erweiterbar sind.

Der „Concept Sprinter F-Cell“ von Mercedes-Benz Vans soll für den Urlaub, für längere Kurierfahrten oder als Kleinbus taugen. Ob er je gebaut wird, ist jedoch fraglich.

Keine „ideologisch-dogmatische Antwort“ will Daimler auf die Frage geben, ob klassischer Verbrennungsmotor, Batterie oder Brennstoffzelle der Antrieb der Zukunft ist. Man mache dies vom „größtmöglichen Kundennutzen“ abhängig, teilt der Autobauer mit. Den sieht er bei Wohnmobilen mit Brennstoffzellen-Antrieb zumindest theoretisch gegeben: Dessen Vorteile – insbesondere die hohe Reichweite – machten ihn nicht nur für Reisemobile, sondern auch für gewerbliche Zwecke interessant: Etwa für lokale Kurierfahrten oder für Kleinbusse im „interurbanen Verkehr“.

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Es ist jedoch nur ein Konzeptfahrzeug, das Daimler präsentiert: „Wir haben bewiesen, dass wir es bauen können“, sagt ein Sprecher auf Anfrage von bizz energy. Es gebe aber kein konkretes Einführungsdatum, das Konzept sei für die „mittelfristige Zukunft“ gedacht. Der „Concept Sprinter F-Cell“ soll bei einer Batterieleistung von rund 147 Kilowatt mit drei Wasserstoff-Tanks im Unterboden ausgestattet sein. Sie können insgesamt 4,5 Kilo des Gases speichern und würden für eine Reichweite von rund 300 Kilometern sorgen. Nach Angaben von Daimler ließe sich das Fahrzeug bei Bedarf für mehr Reichweite um weitere Tanks im Heck erweitern. Dann komme der Sprinter mit einer Tankfüllung auf 500 Kilometer. Wie der Brennstoffzellen-Geländewagen „GLC F-Cell“, der von diesem Herbst an in Kleinserie an ausgewählte Kunden geliefert wird, handelt es sich bei dem Wohnmobil um einen Plug-in-Hybrid. Es kann also nicht nur Wasserstoff, sondern auch Strom tanken. Dadurch steigt die Reichweite um bis zu 30 weitere Kilometer.

„Das Potenzial dieser Technik ist unbestritten“

Obwohl Daimler zu den Pionieren der Brennstoffzellentechnologie zählt, hatte sich das Unternehmen bei der Elektrifizierung seiner Flotte zuletzt vor allem auf den reinen Batterieantrieb fokussiert: Die Transporter „eVito“ und „eSprinter“, sowie der „Large-Van“ der 2019 auf den Markt kommen soll, sind Batteriefahrzeuge. Das gleiche gilt für den Elektrobus „Citaro E-Cell“, der von diesem Herbst an ausgeliefert wird. Eine Wasserstoff-Variante ist erst ab 2020 geplant.

Trotz des Zögerns will Daimler bei der Brennstoffzelle aber offenbar nicht den Anschluss verpassen. „Das Potenzial dieser Technik ist unbestritten“, sagt Volker Mornhinweg, der Leiter von Mercedes-Benz Vans.

 

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Jutta Maier
Keywords:
Brennstoffzellen | Wasserstoff | Daimler | Wohnmobil
Ressorts:
Technology | Markets

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