Bundeseinheitliche Netzentgelte wären das Ende der Anreizregulierung. Der Ansporn für einen Netzbetreiber, kostengünstiger als andere zu wirtschaften, wäre dahin.

In den neuen Bundesländern sind zwar die Netzentgelte oft höher als in den alten, da die Netze hier moderner sind. Aber das führt in aller Regel nicht zur Abwanderung von Unternehmen. Die Stromkosten sind gerade für mittelständische Firmen oft nur ein Kriterium unter vielen bei der Wahl eines neuen Standorts – und in der Regel nicht das entscheidende.

Haushalte in strukturschwachen, dünn besiedelten Gebieten zahlen als Folge der Kostenzuordnung häufig höhere Netzentgelte als Städter. Andererseits liegen Mieten, Immobilienpreise und generelle Lebenshaltungskosten in solchen ländlichen Regionen deutlich niedriger als in den Städten. Der Kostennachteil bei Netzentgelten wird also an anderer Stelle kompensiert, in aller Regel sogar überkompensiert.

Prof. Uwe Leprich, Wissenschaftlicher Leiter Institut für Zukunftsenergiesysteme (IZES) (Privat)