Ein gewisser Carl Axel Arrhenius machte den Anfang. Dieser schwedische Artillerieoffizier entdeckte kurz vor Ausbruch der französischen Revolution ein seltsames, schwarzes Mineral, das Yttrium enthielt. Der Fund von Arrhenius in der Grube Ytterby östlich von Stockholm gilt als Auslöser für die Entdeckung der Seltenen Erden.

Heutzutage sind diese Elemente allgegenwärtig. Sie stecken in Mobiltelefonen, Kopfhörern, Light Emitting Diodes (LED), Elektroautos und Windkraftanlagen. Aber nicht nur der Bedarf ist groß, sondern auch die mit der Produktion verbundenen ökologischen Probleme. Das eröffnet spezialisierten Recyclingfirmen einen lukrativen Markt. Und Wissenschaftler erforschen, wie der Einsatz der Elemente reduziert oder gar ganz vermieden werden kann.

Im Bereich erneuerbare Energien spielen vor allem Neodym und Dysprosium wichtige Rollen. Die seltenen Erden werden für Permanentmagnete in Windkraftanlagen benötigt, besonders bei getriebelosen Anlagen. Manche Techniken kommen aber auch ohne Seltene Erden aus.

 

Seltene Erden finden in Dünnschichtmodulen Verwendung

In der Solarbranche finden sich Seltene Erden unter anderem in einigen Dünnschichtmodulen. Auch Konzentratorzellen können das Material enthalten. LED, Brennstoffzellen, Elektro- und Hybridfahrzeuge sowie die Turbinen von Wasserkraftwerken sind weitere Einsatzgebiete.

Auch wenn die Seltenen Erden nicht so selten sind, wie der Name glauben lässt, ist die Abhängigkeit groß. „China dominiert den Markt“, sagt Dudley Kingsnorth, Professor an der Curtin Graduate School of Business in Perth. Der Australier gilt als Experte für den Markt der Seltenen Erden, von denen rund 90 Prozent in China gefördert werden. 60 bis 70 Prozent der Weltproduktion verbraucht das Reich der Mitte freilich selbst.

Laut Kingsnorth betrug 2015 die globale Nachfrage für Seltene Erden rund 146.000 Tonnen, bei einem Angebot von 178.000 Tonnen. Das klingt zunächst beruhigend, aber gerade bei Neodym hat Kingsnorth eine Unterversorgung von gut 19 Prozent ausgemacht; daher prognostiziert er für die kommenden zehn Jahre eine glatte Verdopplung des Weltmarktpreises. Andere seltene Erden sind derzeit günstig zu bekommen. Dass liegt an China, und zwar im doppelten Sinne. 2015 hat die Regierung in Peking zum einen die Exportbeschränkungen aufgehoben. Dazu kommt: „40 Prozent der Förderung Seltener Erden in China ist illegal“, sagt Kingsnorth. Ohne diesen inoffiziellen Bergbau sähe das Verhältnis von Angebot und Nachfrage gleich viel schlechter aus.

Brennpunkt: Rückgewinnung Seltener Erden auf der Elektromülldeponie Agbogbloshie in Ghana. (foto: ISF Euskadi/Amaia Benito)