Japan
10.01.2013

Der Ausstieg aus dem Ausstieg

Japans neuer Ministerpräsident Shinzo Abe setzt auf neue Atomkraftwerke. Diese hält er für sicherer als den Unglücksreaktor von Fukushima. Die Bevölkerung steht mehrheitlich hinter dem Atomkurs der Regierung.

Der neue japanische Regierungschef Abe will die Pläne seiner Vorgängerregierung, der Kernkraft bis spätestens 2040 ein Ende zu setzen, kippen. Die Ankündigung erfolgte kurz nach seinem Besuch in den havarierten Atomreaktoren in Fukushima. Zudem will der Liberaldemokrat neue Atomkraftwerke bauen lassen. In einer Fernsehdiskussion wies der 58-Jährige jetzt auf die Unterschiede bei der Sicherheit von Reaktoren hin. Neue Anlagen, beteuerte Abe, wären weniger riskant als der Unglücksreaktor Fukushima Daiichi. Vor der Fukushima-Katastrophe hatten führende Politiker immer wieder betont, dass die japanischen Atomkraftwerke die sichersten der Welt seien. 

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Obwohl es nach dem Unglück im März 2011 in der Bevölkerung zu einer großen Ablehnung gegenüber Atomenergie kam, zeigen aktuelle Umfragen, dass 62 Prozent der Japaner den Kurswechsel der neuen Regierung beim Thema Energie zustimmen. Seine Wählerstimmen hat Japans neue Führung jedoch weniger dem Kurs in der Energiepolitik zu verdanken, als vielmehr der Enttäuschung der Bürger über die Vorgängerregierung unter Führung der Demokratischen Partei (DPJ).

Derzeit sind nur zwei der rund 50 japanischen Atomkraftwerke am Netz. Doch klagen viele Unternehmen über steigende Energiekosten und über die Unsicherheit der Energieversorgung während der heißen Sommermonate. Auch kommen Japan die Importe von Flüssiggas und Öl, auf die es seit der Abschaltung seiner Reaktoren angewiesen ist, teuer zu stehen.

 
Tina Gilic
Keywords:
Japan | Atomausstieg | Shinzo Abe | Fukushima
Ressorts:
Governance

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