BIZZ Exklusiv
04.02.2015

Der Buddha von Berlin

foto: PR

Peter Altmaier vergleicht sich mit einem Assistenztrainer. Für andere ist der Kanzleramtsminister dagegen „Merkels Alleskönner“ – und ihr möglicher Nachfolger. Ein Porträt.

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Peter Altmaier kommt zehn Minuten zu spät ins „Sloppy Joe“, ein kleines kubanisches Szenelokal in Berlin-Mitte. Aber gerade noch rechtzeitig zum Elfmeter von Thomas Müller. Der versenkt die Kugel zum eins zu null für Deutschland gegen Portugal und löst an jenem Juniabend schrillen Jubel in der Kneipe aus. Der Rest ist bekannt: Am Ende gewinnt der spätere Weltmeister sein Auftaktspiel souverän mit 4:0.

Für viele ist die Weltmeisterschaft 2014 längst Sportgeschichte. Im Fall von Peter Altmaier dagegen erscheint sie wie ein Symbol für seine Lebensmission. Vom Fußball, sagt Altmaier, könne die Politik das Siegen lernen: „Der Spielaufbau muss stimmen.“ Und Fairplay werde letztlich belohnt. Früher habe man auf dem Fußballplatz – ebenso wie im Bundestag – mehr gefoult als heute. „Die Politik ist viel sachlicher geworden.“ Dazu habe auch der unaufgeregte Stil der Kanzlerin beigetragen.

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Er selbst war nach eigenen Worten schon immer ein erklärter Gegner des Foulspiels. „Damit ist kein Politiker weit gekommen.“ Altmaier sieht sich in der Rolle eines Assistenztrainers, wie es Hansi Flick war während der WM an der Seite von Bundestrainer Joachim Löw. Er wolle als Kanzleramtsminister „eine solide Mannschaftsleistung fördern“, wobei zu Altmaiers Mannschaft nicht nur das Kabinett, sondern auch die Fraktionsführungen der Großen Koalition und die Ministerpräsidenten der Bundesländer gehören. 

Assistenztrainer? Oder doch eher „Merkels Alleskönner“, wie ihn der Freiburger Politik-Professor Udo Kempf bezeichnet? Für Kempf ist Altmaier „Merkels wichtigster Mann“ im derzeit „schwierigsten Amt“. Mit dem Koordinator und Krisenmanager Altmaier sei das Gelingen – oder Scheitern – der Energiewende untrennbar verknüpft. Altmaier besitzt laut Kempf „unerschütterliche Loyalität“. Diese Tugend sei unverzichtbar, um für „parteipolitische Harmonie“ im Rahmen der Energiewende zu sorgen.

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Keywords:
Peter Altmaier | Kanzleramt | Portrait | CDU | Energiewende
Ressorts:
Governance

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