BIZZ Exklusiv
04.02.2015

Der Buddha von Berlin

foto: PR

Peter Altmaier vergleicht sich mit einem Assistenztrainer. Für andere ist der Kanzleramtsminister dagegen „Merkels Alleskönner“ – und ihr möglicher Nachfolger. Ein Porträt.

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Zuweilen wird die Kanzler-Frage auch von anderer Seite abgeschmettert, und zwar gezielt unfair: Der Mann mit deutlichem Übergewicht und Lippenspalte habe von sich selbst gesagt, für Ministerposten sei er nicht schön genug. Außerdem stößt auf misstrauisches Nichtverständnis, dass er lieber allein lebt als in einer Partnerschaft. Den Kanzleramtsminister ficht das indes nicht an  („Ich stehe zu meiner Erscheinung und Lebensart, und es stört mich nicht, wenn manche das für barock halten.“) und auch die meisten Polit-Strategen der CDU denken nicht in solchen oberflächlichen Klischees. Fraktionschef Kauder bezeichnet es als „total abwegig“, dass Äußerlichkeiten den Ausschlag geben könnten.

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In der Tat: Für die Union könnte Altmaier zum erfolgreichen Macht-Bewahrer avancieren, falls Schwarz-Rot nach 2017 nicht mehr laufen und die einzige Machtchance in Schwarz-Grün bestehen sollte.

Altmaier gehörte schließlich einst mit Ronald Pofalla, Hermann Gröhe, Norbert Röttgen und Eckard von Klaeden zu einem CDU-Team, das sich gerne als „Merkels grüne Jungs“ titulieren ließ. Sie befürworteten die Öffnung der CDU zu den Grünen bereits, als die für die meisten Christdemokraten noch „Öko-Spinner“ waren – und marschierten konsequent in Richtung Machteroberung. 

  Altmaier gehörte schon 1995 zur Bonner „Pizza-Connection“, einer Runde aus Christdemokraten und Grünen, die sich regelmäßig im italienischen Lokal Sassella in Bonn traf. Die jungen CDU-Abgeordneten hielten Schwarz-Grün schon damals für die politische Zukunft. Altmaier sagt dazu im Rückblick: „Ich hatte schon immer grüne Gedanken, aber die grüne Partei war nie mein politisches Biotop.“ Sicher half ihm diese Nähe zu den Grünen, den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann bei der Reform des Asylrechts auf seine Seite zu ziehen. Der grüne Regent akzeptierte den pragmatischen Vorschlag Altmaiers, die Länder Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina als sichere Drittstaaten zu definieren.

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Keywords:
Peter Altmaier | Kanzleramt | Portrait | CDU | Energiewende
Ressorts:
Governance

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