BIZZ-Exklusiv
11.05.2015

Der Traum von der Unabhängigkeit

fotos: Astora
Astora Energiespeicher in Rehden.

Die Beziehungen zu Russland sind zerrüttet. Nicht nur deshalb setzen Europas Regierungen jetzt auf verflüssigtes Erdgas.

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Doch im Dezember 2014, als die blutigen Kämpfe in der Ostukraine tobten, bliesen BASF und Gazprom den längst vereinbarten Tausch wieder ab. Zwar sollen die russisch-deutschen Geschäftsbeziehungen fortgesetzt werden. Aber Wintershall setzt jetzt vor allem auf norwegisches Öl und Gas und verstärkt seine Position als einer der großen Produzenten auf dem Kontinentalschelf. Mit rund 50 Lizenzen – davon mehr als die Hälfte als Betriebsführer – ist der Konzern schon jetzt einer der größten Lizenz-inhaber. Im Januar wurden ihm acht neue Lizenzen vom norwegischen Ministerium für Erdöl und Energie zugesprochen. Und gerade im März gab der Konzern den Produktionsstart in Knarr-Feld in der norwegischen Nordsee bekannt. Tägliche Produktionskapazität: 63.000 Barrel, Wintershall-Beteiligung: 20 Prozent. 

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Auch Russland setzt neue Prioritäten bei der Partnerwahl

Auch Russland setzt bei der Partnerwahl neue Prioritäten. Anfang Dezember haben die Russen einseitig den Bau der Gas-Pipeline South Stream gestoppt, an der auch Wintershall beteiligt ist. Die Einstellung zum europäischen Markt ändere sich grundlegend, verkündete Gazprom-Chef Alexej Miller in einem Interview mit dem russischen Staatsfernsehen: „Das ist der Anfang vom Ende unseres Modells, bei dem wir uns auf Lieferungen in Richtung Endverbraucher auf dem europäischen Markt orientierten.“ Die bereits bestellten Leitungsrohre will Russland dennoch in einer Pipeline durch das Schwarze Meer verbauen. Anlandepunkt soll jetzt aber nicht mehr Bulgarien sein, sondern die Türkei. Ein Land, dem Beobachter alle Chancen geben, Moskaus neuer Ansprechpartner zu werden, wenn es um Rohstofflieferungen nach Europa geht.

Kein Rohstoff hat im Windschatten der Ukraine-Krise so sehr an Popularität gewonnen wie LNG, weil es weder an Pipelinenetze noch an langfristige Lieferverträge gebunden ist. Zwar ist der technische Aufwand gegenüber dem Transport per Pipeline immens. Dennoch wird laut Bundeswirtschaftsministerium spätestens 2030 bereits die Hälfte des gesamten internationalen Gashandels per LNG abgewickelt. 

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Keywords:
LNG | Erdgas | Russland | Litauen | Europa | Gasversorgung
Ressorts:
Governance | Markets

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