Green Finance
17.11.2017

Deutsche Hypo emittiert erstmals grünen Pfandbrief

Foto: Deutsche Hypothekenbank
Die Deutsche Hypo, 1872 gegründet, gehört zu den ältesten Pfandbriefbanken.

Nach der Berlin Hyp setzt nun auch die Deutsche Hypothekenbank auf grüne Pfandbriefe. Mit ihnen sollen ausschließlich energieeffiziente Gebäude finanziert werden. Der Markt für grüne Anleihen boomt.

Die Deutsche Hypothekenbank hat erstmals einen grünen Hypotheken-Pfandbrief ausgegeben. Sie ist damit die zweite Bank in Deutschland, die einen grünen Pfandbrief am Kapitalmarkt platziert hat. Die Berlin Hyp hatte zuvor bereits solche Anleihen auf den Markt gebracht.

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Der Pfandbrief der Hannoveraner Hypothekenbank mit einer Laufzeit von sechs Jahren hat ein Volumen von 500 Millionen Euro. Begleitet wurde die Transaktion von einem Bankenkonsortium, bestehend aus ABN Amro, Crédit Agricole CIB, DZ Bank, Nord LB und Uni Credit.

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Emission war doppelt überzeichnet

Grüne Hypothekenpfandbriefe sind Anleihen, deren Emissionserlöse ausschließlich für die Finanzierung von besonders energieeffizienten, nachhaltigen Gebäuden verwendet werden. „Die Verbindung des Qualitätsprodukts Pfandbrief mit der Finanzierung energieeffizienter Immobilien ist ein Erfolgsmodell und fügt sich nahtlos in unser nachhaltiges Geschäftsmodell ein“ sagt Andreas Pohl, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hypo.

Innerhalb der Zeichnungsfrist von gut einer Stunde waren nach Angaben der Bank über 50 Orders eingegangen. Die Emission war um mehr als das Doppelte überzeichnet. Die bedeutendsten Nachfrager waren dabei Asset Manager, Stiftungen, Privatbanken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen sowie Zentralbanken und staatsnahe Investoren. Ausländische Investoren waren ebenfalls dabei.

Auf der Website der Deutschen Hypo soll in Zukunft genau nachzulesen sein, in welche nachhaltigen Immobilien die eingeworbenen Gelder fließen. Damit können Investoren die Portfolio-Entwicklung analysieren sowie die CO2-Einsparung, die auf ihr Investment entfällt, berechnen.

Green Bonds weltweit im Kommen

Im Juli hat die zur Sparkassenfinanzgruppe gehörende Berlin Hyp bereits ihren zweiten Grünen Pfandbrief und damit ihren insgesamt dritten Green Bond am Markt platziert. Sie will die Finanzierung von Öko-Gebäuden als strategisches Unternehmensziel verankern: Bis 2020 sollen 20 Prozent des gesamten Darlehensportfolios „Green-Building“-Finanzierungen sein.

Während Grüne Hypothekenpfandbriefe für energieeffiziente Gebäude noch selten sind, boomt der weltweite Markt für Green Bonds seit einigen Jahren. Mit grünen Anleihen werden beispielsweise Windkraftanlagen oder Klimaschutzprojekte finanziert. Für 2017 wird für Green Bonds ein Rekordvolumen von 130 Milliarden Euro erwartet. Auch für chinesische Banken sind Green Bonds inzwischen ein Thema. In Deutschland nutzt vor allem die Förderbank KfW das Instrument.

Lesen Sie auch: Barclays Bank platziert erste grüne Anleihe

Carsten Kloth
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