Bilanz Neuwagen-Zulassungen
25.07.2016

Deutsche kaufen dickere Autos

Bild: Deutsche Energieagentur
Entwicklung der Neuzulassungs-Mengen im Jahr 2015, sortiert nach Effizienzklassen.

SUVs werden immer beliebter, gleichzeitig bleiben die Verkaufszahlen für E-Autos gering. Unterm Strich sank der durchschnittliche Spritverbrauch bei Neuwagen deshalb nur wenig. Obwohl immer mehr Autos zu der schadstoffarmen Effizienzklasse A+ zählen.

 

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Zunehmend mehr Neuwagen in Deutschland gehören zu den schadstoffarmen Fahrzeugklassen A+, A und B. Die so etikettierten Autos machten 2015 ganze 70 Prozent der Neukäufe aus. Weil jedoch die spritfressenden SUVs (Sport Utility Vehicles) immer beliebter werden und alternative Antriebe wie Plug-in-Hybride oder reine Elektro-Motoren weiter geringe Zuwachsraten vorweisen, ist der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch der Neuwagen trotzdem nur leicht gesunken. Das berichtet die Deutsche Energieagentur (Dena) in ihrem am Montag veröffentlichten Pkw-Entwicklungsbericht, der auf Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes beruht.

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Sechsjahres-Hoch

Mit mehr als 3,2 Millionen Neuzulassungen meldeten die Deutschen 2015 so viele Pkws an wie seit sechs Jahren nicht mehr. Die meisten Autos wurden in der Effizienzklasse B zugelassen (34 Prozent), gefolgt von A (24 Prozent), C (19 Prozent) und A+ (11 Prozent). In den Klassen C, D und E ging der Absatz im Vergleich zum Vorjahr jeweils um 25 Prozent zurück.

Die Kompaktklasse mit Modellen wie dem VW Golf oder dem Audi A3 machte wie bisher ein Viertel aller Neukäufe aus. Den größten Zuwachs mit einem Plus von 13 Prozent erfuhren SUVs und Geländewagen.

 

Nischenprodukt E-Auto

Fahrzeuge mit alternativen Antrieben kommen auf einen Marktanteil von nur 1,7 Prozent, ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Insgesamt wurden in diesem Segment, das neben E-Autos und Plug-in-Hybriden auch Pkw mit Erd- und Flüssiggas beinhaltet, 59.000 Modelle zugelassen.

Insgesamt bleibt die Branche immer noch weit hinter den Zielen der Bundesregierung von einer Millionen verkauften E-Autos bis 2020 zurück. Ob die Anfang Juli gestartete Prämie für E- und Hybridautos daran viel ändern wird, bleibt abzuwarten. Vorerst blieb der große Ansturm auf die emissionsärmsten Fahrzeuge aus und die emissionslosen Antriebe bleiben ein Nischenmarkt.  Erst 1.234 Autokäufer haben laut zuständigem Bundesamt (Bafa, Stand 21. Juli) einen Antrag gestellt.

„Der Autoverkehr basiert nach wie vor fast ausschließlich auf Erdöl, obwohl mittlerweile Alternativen in allen Fahrzeugsegmenten zur Verfügung stehen“, bilanziert Dena-Chef Andreas Kuhlmann, „aber für die erforderliche Trendwende bei den Emissionen brauchen wir deutlich mehr Bewegung im Markt“.

 

CO2 Bilanz der Neuwagen

Durchschnittlich pusteten alle 2015 neu zugelassenen Pkw drei Prozent CO2 weniger in die Luft als im Vorjahr, nämlich 128,8 Gramm pro Kilometer. Nach einer Vorgabe aus Brüssel muss der durchschnittliche Ausstoß auf 95 Gramm pro Kilometer sinken. Diesen Grenzwert halten allerdings derzeit lediglich knapp drei Prozent aller neu gekauften Pkw ein.

Tim Lüdtke
Keywords:
Elektromobilität | Prämie | Bilanz | Dena | Bafa | Emissionen | SUV
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