Heißer Sommer
31.07.2018

Deutsche verbrauchen weniger Energie

Foto: iStock
In den warmen Sommermonaten wird keine Heizwärme benötigt.

Zur Jahresmitte ist der Energieverbrauch in Deutschland leicht gesunken – eine Folge des warmen Wetters. Der Anteil der Erneuerbaren steigt.

Das warme Wetter dürfte für den Rückgang des Energieverbrauchs verantwortlich sein. Ohne den Einfluss der Witterung wäre er nach Ansicht der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung über das gesamte Halbjahr gerechnet um rund 1,5 Prozent angestiegen.

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Zur Jahresmitte 2018 erreichte der Energieverbrauch in Deutschland aber eine Höhe von 6.771 Petajoule (PJ) und lag damit gut ein Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Die erneuerbaren Energien steigerten ihren Beitrag zum gesamten Energieverbrauch um mehr als 4 Prozent. Zu dieser Entwicklung trugen alle Formen der Erneuerbaren bei: Bei der Windkraft gab es ein Plus von 15 Prozent und bei der Biomasse von 1 Prozent. Die Solarenergie verzeichnete ein Plus von 8 Prozent und die Wasserkraft steigerte ihren Beitrag um 9 Prozent.

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CO2-Emissionen sinken um etwa 3 Prozent

Nach den Schätzungen der Forscher führen der Zuwachs beim Erdgas und den Erneuerbaren sowie die Rückgänge bei Öl und Kohle zu einer Senkung der energiebedingten CO2-Emissionen um etwa 3 Prozent.

Mehr Erdgas und Erneuerbare im Energiemix
Struktur des Primärenergieverbrauchs in Deutschland im 1. Halbjahr 2018.
Anteile in Prozent (Vorjahreszeitraum in Klammern). Quelle: AG Energiebilanzen
Der Verbrauch von Mineralöl verringerte sich in den ersten sechs Monaten des Jahres um knapp 3 Prozent – der Erdgasverbrauch stieg um 3 Prozent. Aufgrund der kühleren Temperaturen war in den Monaten Februar und März der Verbrauch stark gestiegen, im zweiten Quartal lag das Niveau aber deutlich unter dem des Vorjahres.

Auch der Verbrauch an Steinkohle lag deutlich im Minus und verringerte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als 14 Prozent, da weniger Steinkohle in den Kraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung eingesetzt wurde. Auch wurde weniger Koks und Kohle in der Stahlindustrie eingesetzt.

Ähnliche Entwicklung bei der Braunkohle: Ihr Verbrauch verringerte sich um rund 3 Prozent. Bei der Kernenergie kam es im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr zu einer Zunahme der Stromproduktion um rund 9 Prozent.

Ausbau der Erneuerbaren noch zu langsam

Derzeit verbuchen vor allem Solaranlagen neue Höchstwerte. Besonders im Norden und Osten Deutschlands legte diese Stromerzeugung nach Angaben des zuständigen Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz dank des Wetters stark zu.

Trotz des Zuwachses der Erneuerbaren Energien kommt Kritik von den Grünen: Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik der Grünen-Bundestagsfraktion hält deren Anteil in Deutschland nach wie vor für viel zu gering: „Die Bundesregierung muss den Ausbau der Erneuerbaren jetzt rasant beschleunigen und gleichzeitig dafür sorgen, dass der Verbrauch von Kohle, Öl und Gas spürbar sinkt“, fordert sie. Nur so könne das Erneuerbaren-Ziel wenigstens noch annähernd erreicht werden.

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Carsten Kloth
Keywords:
Erneuerbare Energie
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