Energiespeicher
14.06.2019

Deutscher Batteriemarkt wächst schnell

Foto: iStock
Zukunftsbranche: Der Batteriemarkt in Deutschland ist auf Wachstumskurs.

Mit dem Batteriestandort Deutschland geht es voran: Produktion und Export haben dem Verband der Elektroindustrie zufolge in den vergangenen Jahren um rund 70 Prozent zugelegt.

Seit 2016 ist der deutsche Batteriemarkt um knapp 420 Millionen Euro auf insgesamt 3,3 Milliarden Euro gewachsen. Das entspricht einem Zuwachs von 15 Prozent. Zwischen 2013 und 2018 hat der Markt um 69 Prozent zugelegt, wie der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) mitteilt.

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„Der deutsche Batteriemarkt befindet sich im Aufwärtstrend. Wir verzeichnen sehr hohe Importzahlen von Lithium-Ionen-Zellen, doch auch der Markt für Bleibatterien wächst stetig“, sagte Christian Eckert, Geschäftsführer des Fachverbands Batterien im ZVEI. Die Volumina der Märkte für Lithium-Ionen-Batterien (1,19 Milliarden Euro), Bleibatterien (1,08 Milliarden Euro) und sonstige Technologien (1 Milliarden Euro) würden zeigen, wie stark nachgefragt die verschiedenen Technologien sind.

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Mehr Importe von Lithium-Ionen-Zellen

Treiber der hohen Nachfrage seien die von der Politik formulierten Klimaziele, so der Fachverband in seiner Mitteilung. Batterien gewönnen bei der Elektrifizierung der Mobilität und der Speicherung erneuerbarer Energien zunehmend an Bedeutung. So verfügten rein elektrisch betriebene Fahrzeuge in der Regel sowohl über eine Lithium-Ionen-Batterie als auch über eine Bleibatterie. Bei Letzteren sind deutsche Hersteller traditionell stark: Bleibatterien werden beispielsweise als Starterbatterien für Autos eingesetzt. Die Hälfte aller Exporte entfällt auf sie.

Den Verbandsangaben zufolge ist aber auch das Marktvolumen von Lithium-Ionen-Batterien stark gestiegen und hat sich seit 2013 mehr als versechsfacht. Dies sei vor allem auf das hohe Wachstum der Importe nach Deutschland zurückzuführen: „Das Importvolumen von Lithium-Ionen-Zellen und -Batterien war 2018 mehr als viermal so groß wie 2013“, sagt Eckert. „Allerdings werden die Zellen aus Asien erst in Deutschland zu fertigen Batterien konfektioniert.“

Mehr Beschäftigte in der Branche

Die Produktion von Batterien in Deutschland wuchs zwischen 2016 und 2018 um über 250 Millionen Euro auf knapp 2,4 Milliarden Euro, was einer Steigerung von über 12 Prozent entspricht. Der Export von Batterien ist im Jahr 2018 auf 3,3 Milliarden Euro angewachsen.

Auch die Zahl der Beschäftigten in der Batterieindustrie habe sich erhöht – seit 2016 um 9 Prozent auf über 8.700 Mitarbeiter. Bei den Auftragseingängen konnte die Branche 2018 ein Plus von 15 Prozent gegenüber 2016 erzielen. Batterien bieten Speichermöglichkeiten für Energie und stabilisieren die Stromnetze. Als Schlüsseltechnologie sind sie für die Minderung der Treibhausgase im europäischen Energiesystem essenziell.

Hersteller aus Asien machen Druck

Doch im Fokus der Politik steht momentan vor allem der Aufbau einer Batteriezellproduktion in Deutschland für die Elektromobilität. Verhindert werden soll eine Übermacht asiatischer Hersteller: „Wenn in absehbarer Zeit jeder zweite Wagen ein Elektroauto ist, aber die Batterie aus Asien und die Technik für autonomes Fahren aus den USA kommt, dann verlieren wir die Hälfte der Wertschöpfung“, warnte kürzlich Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Er will deshalb die Batteriezellproduktion fördern.

Und auch die Autohersteller sichern sich Zugang zu dieser Zukunftstechnologie: Volkswagen hat jüngst bekanntgegeben, beim schwedischen Batteriehersteller Northvolt einzusteigen. VW investiere rund 900 Millionen Euro in gemeinsame Batterieaktivitäten mit dem Unternehmen, teilte der Autobauer mit. Volkswagen übernimmt zunächst rund 20 Prozent an den Schweden und will mit Northvolt für die in Salzgitter geplante Batteriezellfertigung zudem ein Gemeinschaftsunternehmen gründen.

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Carsten Kloth
Keywords:
Batteriespeicher | Elektromobilität
Ressorts:
Technology

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