Strompreis
12.05.2014

Deutscher Strom ist teuer

Deutschlands Privathaushalte und Betriebe zahlen laut aktueller Studie die zweithöchsten Strompreise unter den Industrienationen. Bei den Tarifen für die Industrie sieht es mit Platz sechs ein wenig besser aus.

Im Negativ-Ranking der Industrieländer belegt Deutschland mit einem Strompreis von durchschnittlich 26,4 Cent pro Kilowattstunde (KWh) Platz zwei. Das zeigt die aktuelle Studie der Hamburger Wirtschaftsprüfer BDO und des Hamburgische Welt-Wirtschafts-Instituts (HWWI). Nur in Dänemark muss für die Kilowattstunde Strom mit durchschnittlich 29,8 Cent pro KWh mehr gezahlt werden als hierzulande.

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Die Wirtschaftsprüfer verglichen für dieses Ranking jene Strompreise, die in den einzelnen OECD-Ländern (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) für private Haushalte und Gewerbe anfallen. 

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Viel weniger als die Deutschen zahlen demnach die Franzosen mit 13,6 Cent pro KWh und die US-Amerikaner mit 9,3 Cent pro kWh. Etwas besser sieht es für Deutschland bei den Strompreisen für die Industrie aus. Mit durchschnittlich 11,6 Cent pro kWh rangiert das Land laut Studie auf Platz sechs der 27 untersuchten OECD-Länder. 

Das Problem: Der überwiegende Teil der deutschen Betriebe kommt gar nicht in den Genuss vergünstigter Industriestromtarife, sondern zahlt ebenfalls den Verbrauchertarif, erklärt Arno Probst, Vorstand von BDO. „Besonders für viele mittelständische Unternehmen bedeuten diese Strompreise einen erheblichen Standortnachteil gegenüber den Nachbarländern.“

Dabei liegen auch die Industrietarife in anderen Ländern deutlich unter den deutschen. In Norwegen und den USA zahlen die Unternehmen laut Studie 3,6 beziehungsweise 5,2 Cent pro kWh. Allein zwischen 2002 und 2012 sind für die deutsche Industrie die Strompreise um 125 Prozent gestiegen, für Privathaushalte und Gewerbe um 83 Prozent.

„Der besonders starke Anstieg der Strompreise in Deutschland ist hauptsächlich auf Deutschlands Umstieg auf erneuerbare Energieträger zurückzuführen“, erklärt Michael Bräuninger, Forschungsdirektor des HWWI. Schuld seien insbesondere die steigende Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz sowie der wachsende Investitionsbedarf bei den Stromnetzen.

 

Daniel Seeger
Keywords:
Strompreis | Industrierabatte | Energiewende | EEG-Umlage | Netzentgelte
Ressorts:
Governance | Markets

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