Deutschland verliert im internationalen Vergleich bei der Elektromobilität zunehmend an Boden. Das zeigen aktuelle Daten der Unternehmensberatung Roland Berger, die dem Manager Magazin vorliegen.

Japan ist spitze

Im „Index Elektromobilität“ schafft Deutschland im Bereich Industrie den Platz fünf, bei den Indikatoren Technologie und Markt den jeweils vierten Platz. Japan ist dagegen Spitzenreiter, und muss nur Frankreich beim Thema Markt den Vorzug geben. In der Gesamtbewertung besteht die Top drei aus Japan, Frankreich und die USA.

Auch bei der prognostizierten Fahrzeugproduktion behauptet Japan mit 441.000 erwarteten Elektro- und Plug-in-Autos bis 2017 den zweiten Platz. Hier sehen die Autoren die Vereinigten Staaten vorn, 545.000 E-Autos könnten dort in den kommenden zwei Jahren noch vom Band laufen. In Deutschland würden bis 2017 voraussichtlich 292.000 elektrische Modelle produziert, was damit nach China Platz vier bedeuten würde.

Bei dem so wichtigen Antriebs-Thema, der Batterieproduktion, werden Firmen aus Deutschland in den kommenden zwei Jahren wenig Chancen eingeräumt. Global betrachtet komme Panasonic-Sanyo (Japan) auf 26 Prozent Marktanteile, Samsung (Südkorea) auf 22 Prozent; darauf folgen zwei weitere koreanische Hersteller mit 18 und mit 17 Prozent.

Deutschland wird in dem Zeitraum demnach keine Rolle auf dem Weltmarkt für E-Auto-Antriebe spielen.

Der Stuttgarter Autokonzern Daimler hat erst Ende des vergangenen Jahres bekanntgegeben, sein Akku-Werk Li-Tec im sächsischen Kamenz zu schließen. Batterien, beispielsweise für den elektrischen Smart, wollte Daimler daraufhin vom südkoreanischen Elektronikkonzern LG beziehen. Li-Tec soll ab Mitte 2015 keine Batterien mehr herstellen, jedoch als Forschungsstandort erhalten bleiben. Damit wird Deutschlands einzige Fabrik geschlossen, die Lithium-Ionen-Akkus für E-Autos in Serie herstellt, wir berichteten.

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