Elektromobilität
03.03.2014

Deutschland hinkt hinterher

Toyota

Im neuen E-Mobilitäts-Index von Roland Berger überzeugt vor allem Japan. Deutschland fehlt das Zeug zum Leitmarkt – Batteriehersteller sitzen überwiegend in Fernost, bei den Zulassungszahlen von E-Autos sind Frankreich, die USA und Japan deutlich vorn.

Die japanische Elektroauto-Industrie drängt sowohl bei Neuwagenverkäufen als auch bei technischen Weiterentwicklungen weltweit an die Spitze. So lautet das Ergebnis des aktuellen „Index Elektromobilität“ von Roland Berger Strategy Consultants und der Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen Aachen (FKA) für das erste Quartal 2014. Der Index vergleicht die E-Mobilität in den sieben führenden Autonationen Deutschland, Frankreich, Italien, USA, Japan, China und Südkorea im Hinblick auf Technologie, Industrie und Markt.

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Das Industrie-Ranking führte erneut Japan an. „Japanische OEMs [Original Equipment Manufacturer] haben die Preise für Elektroautos im Heimatmarkt im Vergleich zu anderen Ländern stark gesenkt“, erläutert Thomas Schlick, Partner von Roland Berger Strategy Consultants. Japanische Kunden zahlten so für einen Neuwagen bis zu 40 Prozent weniger als in Europa. „Das verbesserte Preis-Leistungsverhältnis führt dazu, dass mittlerweile 80 Prozent der Elektroautos in Japan privat genutzt werden.“ Hinzu käme eine umfangreiche Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge.

Japanische Hersteller haben darüber hinaus einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil: Lithium-Ionen-Batteriezellen stellen fast ausschließlich branchenfremde Unternehmen her, die größtenteils in Japan und Südkorea sitzen. Bis 2016 wird Japan laut Roland Berger mit rund 60 Prozent zur weltweiten Batteriezellproduktion beitragen. Der weltweite Marktanteil der deutschen Hersteller liegt im Vergleich dazu gerade mal bei vier Prozent. Jedoch: „Der Bau einer ,Gigafabrik‘ in den USA für Automotive-Lithium-Ionen-Batterien mit einer Kapazität von 35 Gigawattstunden könnte die Struktur dieser Industrie grundlegend verändern“, sagt Roland Berger-Partner Wolfgang Bernhart. 

Die Spitzenposition im Technologie-Ranking des Index gibt Deutschland wieder an Südkorea ab. Grund sei das leicht verschlechterte Preis-Leistungs-Verhältnis, auch weil Deutschland ohnehin vor allem auf das hochpreisige Segment setze. Spitzenreiter im Markt-Ranking bleibt weiter die USA, mit 96.000 verkauften Elektro- und Plug-In-Autos im Jahr 2013 der Leitmarkt für die E-Mobilität. Im Verhältnis zu den gesamten Zulassungszahlen im Automobilsektor schneidet jedoch Frankreich mit 0,83 Prozent Marktanteil der Elektromobilität am besten ab. Deutschland lag mit 7.400 abgesetzten Elektroautos auf Rang fünf deutlich hinter den führenden Nationen; die E-Mobilität trägt hier nur zu 0,25 Prozent der Autoverkäufe bei.

 

E-Mobility Index (Quelle: FKA; Roland Berger)

Industrie

1. Japan (3,5)
2. USA (2,7)
3. Südkorea (1,8)
4. China (1,2)
5. Deutschland (1,1)
6. Frankreich (1,0)
7. Italien (0,0)

Technologie

1. Südkorea (3,4)
2. Deutschland (3,2)
3. Japan (3,1)
4. Frankreich (2,5)
5. China (1,9)
6. USA (1,1)
7. Italien (0,2)

Markt

1. Frankreich (5,0)
2. USA (4,6)
3. Japan (4,4)
4. Deutschland (1,9)
5. Südkorea (0,8)
6. China (0,6)
7. Italien (0,5)

Daniel Seeger
Keywords:
Elektroautos | E-Mobilität
Ressorts:
Technology | Markets

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