Kooperation
27.02.2017

Deutschland und Iran kooperieren beim Klimaschutz

Foto: Wikipedia, CC BY-SA 2.5
In mehreren Regionen hat der Iran bereits Windparks installiert – wie hier in Manjeel.

Die Regierung in Teheran will mit deutscher Hilfe Wassermangel und Luftverschmutzung bekämpfen. Auch beim Erneuerbaren-Ausbau setzt das Land auf das Know-how der Bundesrepublik.

In sieben von den insgesamt 31 Provinzen des Iran herrscht eine Wasserkrise; elf Provinzen sind nach Angaben der Europäischen Umweltagentur mit Wassermangel konfrontiert. Klimaveränderungen haben das Problem noch verschärft. Im gesamten Nahen Osten sind in den vergangenen Jahren die Durchschnittstemperaturen gestiegen.

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Deutschland will der Regierung in Teheran helfen, die Umweltprobleme und den derzeitigen Wassermangel zu bewältigen, teilte das Bundesumweltministerium am Wochenende mit. Außerdem soll der Iran bei der Umsetzung seiner im Rahmen des Pariser Klimaabkommens vorgelegten nationalen Klimaschutzziele unterstützt werden.
Eine entsprechende Vereinbarung zur Kooperation hat Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, bei seinem Besuch der iranischen Hauptstadt am Wochenende unterschrieben.

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5 Gigawatt Wind- und Solarstrom bis 2020

Traditionell stillt das an Öl und Gas reiche Land seinen Energiehunger durch fossile Brennstoffe. Erneuerbare spielen – mit Ausnahme der Wasserkraft – bislang kaum eine Rolle. Doch das soll sich ändern. Bis 2020 sind nach Angaben der staatlichen „Renewable Energy Organization of Iran” (SUNA) insgesamt 5 Gigawatt (GW) an Wind- und Solarkapazitäten sowie Biomasse und Geothermie geplant, weitere 2,5 GW sollen bis 2030 folgen. Die nationale Energiebehörde Tavanir schätzt, dass das Land innerhalb der kommenden fünf Jahre zehn Prozent seines Energiebedarfs durch Renewables decken kann.

Nach Angaben des Beratungshauses Rödl und Partner setzt die Regierung in Teheran vor allem auf Windenergie. Eine Handvoll Windparks sind demnach bislang realisiert. Beim Ausbau der Windenergie setze der Iran auf die technische Unterstützung Deutschlands, berichten die Berater unter Berufung verschiedener Treffen zwischen deutschen und iranischen Wirtschaftsdelegationen. Auch im Bereich Solarenergie sieht Rödl und Partner viel Potenzial. Mit 300 Sonnentagen im Jahr und einer Strahlung von 2,5 bis 5,5 Kilowattstunden pro Quadratmeter herrschten dort optimale Bedingungen.

Die Auflösung der Sanktionen gegen Teheran mit Präsident Hassan Ruhani an der Spitze hat die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und dem Iran wieder beflügelt. Im Energiesektor rechnet der Iran bis 2018 mit einem jährlichen Auftragsvolumen von bis zu zehn Milliarden Dollar für deutsche Firmen, sagte Roknoddin Javadi, Chef der staatlichen iranischen Öl- und Gasgesellschaft und Regierungsmitglied, Ende 2015 im Interview mit bizz energy.

Jana Kugoth
Keywords:
Iran | Deutschland | Klimaschutz | Umweltschutz | Luftverscgmutzung | Erneuerbare | Solarstrom
Ressorts:
Governance | Markets

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