Über 70 Prozent aller Brauereistandorte in Deutschland haben keine eigene Anlage zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Das hat das Kölner Beratungsunternehmen Ecoprog in einer Untersuchung von 860 Brauereien in Deutschland ermittelt. Auch von den 190 größten Standorten produzierten nur etwa 20 Prozent ihren Strom mit einer KWK-Anlage selbst. 

Laut Ecoprog eignen sich Brauereien für KWK-Anlagen besonders gut. Beim Mälzen, Würzekochen, der Gärung oder der Flaschenreinigung bestehe kontinuierlicher Wärmebedarf, der an vielen Standorten extern gedeckt werden muss. Mit der Investition in ein Blockheizkraftwerk könnten die Brauereien sowohl ihren Strom- als auch den Wärmebedarf selbst decken.

Dabei schreitet der KWK-Ausbau laut Ecoprog in Deutschland stark voran, mit 5.500 neuen Anlagen allein im Jahr 2012. „Böse formuliert ist KWK deshalb so erfolgreich, weil es den Unternehmen die Möglichkeit bietet, sich von der bislang konfus umgesetzten Energiewende in Teilen abzukoppeln“, sagt Ecoprog-Geschäftsführer Mark Döing. Durch eine eigene KWK-Anlage lösen sich die Betreiber von steigenden Stromkosten bei den Versorgern. Darüber hinaus sind sie auch von Netzentgelten und der Umlage nach Erneuerbare-Energien-Gesetz befreit. 

Union und SPD wollen den Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung an der Stromerzeugung bis 2020 auf 25 Prozent steigern.

 
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