EEG-Umlage
25.07.2012

Die Strompreistreiber

birgitH, pixelio.de
Für private Verbraucher ist der Strompreis in den vergangenen Jahren stark angestiegen.

Neben dem Photovoltaikboom erhöht besonders die Befreiung von immer mehr Unternehmen die Ökostromumlage. Nur energieintensive Konzerne im internationalen Wettbewerb sollten keine Umlage zahlen, fordert ein Branchenverband.

Private Verbraucher zahlten für Strom 2011 knapp 30 Prozent mehr als 2005. Der Preis kletterte laut Angaben der Bundesnetzagentur von 18,93 auf 25,45 Cent pro Kilowattstunde (KWh). „Neben der Umlage nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) stiegen auch die Energiebeschaffungs- und Vertriebskosten“, sagt Michael Ritzau, Direktor des Büros für Energiewirtschaft und technische Planung aus Aachen. Gesunken seien dagegen nur die Netzentgelte.

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Im Mittelpunkt der Diskussion um Energiekosten steht derzeit vor allem die EEG-Umlage, die bei rund 3,6 Cent pro KWh liegt. Experten schätzen, dass die Ökostromumlage bei der nächsten Berechnung der Netzbetreiber im Oktober auf 5 Cent oder mehr ansteigen wird. Verantwortlich dafür ist vor allem der schnelle Ausbau von Photovoltaikanlagen.

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Die Bundesregierung betreibe die gezielte Politik, Großverbraucher immer weiter von den Kosten zu befreien und diese zusätzlich privaten Verbrauchern sowie kleinen und mittleren Betrieben aufzubürden, sagt Harald Uphoff, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energien (BEE). „Nur energieintensive Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen, sollten von der EEG-Umlage befreit bleiben.“

Ein BEE-Hintergrundpapier berechnet die tatsächlichen Kosten für den Ausbau der Ökostromanlagen auf etwas über 2 Cent, während die Befreiung der Industrieverbraucher rund 1 Cent und der sogenannte Merit-Order-Effekt 0,5 Cent pro KWh ausmachen. Dieser Effekt ergibt sich, wenn viel Ökostrom an der Börse gehandelt wird. Der niedrigere Börsenpreis führt dann zu einer höheren Differenz zur gesetzlich vereinbarten EEG-Vergütung und erhöht die EEG-Umlage. „In Spitzenzeiten macht dieser Effekt bis zu 1 Cent pro KWh aus“, erklärt Energieexperte Ritzau. Im Vergleich dazu lägen die Kosten für den Netzausbau (20 Milliarden Euro in den nächsten zehn Jahren) nur bei 0,36 Cent pro einzelner Kilowattstunde oder 1 Euro pro Monat für einen durchschnittlichen Haushaltsverbrauch.

Niels Hendrik Petersen
Keywords:
Energiepolitik | EEG
Ressorts:
Governance

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