Klimawandel
13.07.2012

Die zwei Gesichter der USA

US-Umfrage zeigt ein neues amerikanisches Selbstverständnis: Auch bei der Bekämpfung des Klimawandels sollen die USA weltweit Vorreiter sein. Zu viel kosten darf das Ganze allerdings nicht.

Zwei Drittel der US-Bürger wünschen sich das eigene Land bei der Bekämpfung des Klimawandels weltweit in einer Vorreiterrolle. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der Washington Post und der Stanford Universität, für die bundesweit 804 Bürger befragt wurden. Trotz der hohen Ambitionen: Eine Unterstützung armer Länder, die vom Klimawandel stark betroffen sind, befürworten nur 24 Prozent.

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Laut Studie glauben 60 Prozent der Befragten, dass das Wetter in den vergangenen drei Jahren instabiler geworden sei und sich die Temperatur weltweit erhöhe. 55 Prozent der Befragten sehen jedoch den Klimawandel als etwas an, wogegen „sehr viel“ oder „viel“ getan werden kann. Dabei gehen die Erwartungen an die beiden Präsidentschaftskandidaten deutlich auseinander. Fast die Hälfte rechnen beim demokratischen Präsidenten Barack Obama mit „sehr viel“ oder „ziemlich viel“ Handeln, beim Republikaner Mitt Romney liegt dieser Wert bei gerade mal elf Prozent.

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Zwar wünscht sich die Mehrzahl von ihrer Regierung größeres politisches Handeln, um den Energiekonsum zu vermindern. Eine Erhöhung der Steuern für Strom und Gas lehnen jedoch 70 Prozent der Befragten ab. Stattdessen favorisieren 66 Prozent zusätzliche Steuererleichterungen zur Absenkung der Treibhausemissionen. 20 Prozent verbeten sich jegliche Einflussnahme seitens der Regierung.

Erst am vergangenen Dienstag hatte die US-Regierung in einer anderen Studie den Zusammenhang zwischen den heftigen Wetterereignissen und dem Klimawandel aufgezeigt. Der Report der National Oceanic and Atmospheric Administration kam dabei zu dem Schluss, dass die Hitzewelle in Texas 2011 durch den Klimawandel um das Zwanzigfache wahrscheinlicher war, verglichen mit den Bedingungen in den 1960ern.

Die Wissenschaftler verglichen dabei die Forcierung des Klimawandels durch die Verbrennung fossiler Energieträger mit der Leistungsstegerung eines Sportlers durch die Einnahme von Steroiden. „Wenn ein Baseballspieler über die Jahre hinweg für irgendeinen seiner Homeruns Steroide genommen hat, weiß man nicht sicher, welcher durch Steroide zustande gekommen ist und welcher nicht“, heißt es in der Studie. „Jedoch ist man in der Lage, die anwachsende Zahl an Homeruns den Steroiden zuzurechnen.“

Daniel Seeger
Keywords:
Energie | Klimawandel
Ressorts:
Governance

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