Elektromobilität
23.08.2016

Die Batteriefresser kommen

Foto: Aldo Lobos
Die Pilze (von links im Uhrzeigersinn) Aspergillus niger, Penicillium simplicissimum und Penicillium chrysogenum recyceln Batterien.

Das wertvolle Lithium in Akkus von Elektroautos lässt sich bisher nur mit viel Energie und aggressiven Chemikalien recyceln. Amerikanische Forscher setzen nun auf Helfer aus der Natur: Pilze.

 

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Erste Tests hätten gezeigt, dass mit Pilzen 85 Prozent des Lithiums und 48 Prozent des in Akkus enthaltenen Kobalts wiedergewonnen werden könnten, teilte die American Chemical Society (ACS) mit. Wissenschaftler der University of South Florida haben ihre Ergebnisse kürzlich bei der Jahrestagung der ACS vorgestellt.

Die Forscher um Valerie Harwood und Jeffrey Cunningham nutzen die Eigenschaft von Pilzen, organische Säuren abzusondern. Dazu mahlen sie Akku-Bestandteile zu Pulver und lassen es von den Kleinstlebewesen bevölkern. Am erfolgreichsten erwiesen sich drei alte Bekannte des Menschen: der Schimmelpilz Aspergillus Niger sowie Penicillium simplicissimum und Penicillium chrysogenum – der erste Lieferant des Antibiotikums Penicillin.

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Mit der Kraft von Petersilie und Zitrone

Die Oxal- und Zitronensäure aus den Pilzen konnten die wertvollen Metalle aus den Batterien auslaugen. Sie kommen auch in vielen Lebensmitteln wie Petersilie und Spinat vor. Normalerweise werden für das Auslaugen aggressivere Chemikalien benötigt. Zuvor müssen einzelne Materialien aus den zerkleinerten Akkus noch unter hohem Energieaufwand eingeschmolzen werden.

Die Effizienz des Bakterienrecyclings reicht bereits fast an herkömmliche Verfahren heran. Die Forscher aus Florida wollen nun verschiedene Bakterienarten untersuchen und herausfinden, welche ihrer Säuren Lithium und Kobalt am wirksamsten aus Akkus trennen. Noch müssen sie auch ein Verfahren entwickeln, um die Metalle in hoher Reinheit aus den gewonnenen Laugen zu extrahieren.

Manuel Berkel
Keywords:
Elektromobilität | Recycling | Akku | Batterien | Lithium
Ressorts:

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