Tesla im Test
28.06.2013

Die Rennreiselimousine

Fotos: Tesla/BIZZ energy today

Das amerikanische Elektroauto-Start-up Tesla fährt von einem Erfolg zum nächsten. Nun kommt das Model S der Kalifornier auch auf den deutschen Markt. BIZZ energy today testete den E-Wagen exklusiv in einer Probefahrt.

Beim Einstieg in das Model S sticht das großzügig dimensionierte Display in der Mitte des Armaturenbretts sofort ins Auge. Der Bildschirm ist noch größer als ein gewöhnlicher Tablet PC. Er ist das Herzstück des Stromers. Navigation, Online-Entertainment oder Fahrzeug-Informationen: Alles ist auf dem Touchscreen konzentriert. Das Cockpit kommt ohne weitere Schalter aus und wirkt extrem aufgeräumt.

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In Sachen Fahrzeugvernetzung liegt Tesla damit ziemlich weit vorn. Wenig verwunderlich, dass in den letzten Tagen Gerüchte aufkamen, der Internetgigant Google habe Interesse an einer Übernahme der Kalifornier. 

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Spurt in 4,4 Sekunden

Punkten will Tesla natürlich auch mit seinem E-Antrieb. In der von BIZZ energy today gefahrenen Maximalvariante „Performance“ leistet der Elektromotor 310 Kilowatt oder 416 PS. Der Spurt auf Tempo 100 gelingt in beeindruckenden 4,4 Sekunden, Schluss ist bei 210 Kilometern pro Stunde. Die schier unendliche und lautlose Kraft des Fahrzeuges beim Tritt auf das Gaspedal drückt den Fahrer nahezu in den Sitz. Dabei entfaltet der hinterradangetriebene Wagen seine Leistung dank diverser Sicherheitssysteme äußerst gleichmäßig, ohne Durchdrehen der Reifen oder Ausbrechen des Hecks.

Die Batterie der Performance-Version bietet stolze 85 Kilowattstunden Inhalt. Zum Vergleich: Der Speicher des seit dieser Woche verfügbaren elektrischen Ford Focus verfügt über 23 Kilowattstunden. 

Die große Batterie des Model S sorgt für eine entsprechende Reichweite: Tesla verspricht 480 Kilometer, allerdings nur, wenn der Fahrer sich beim Gasgeben zurückhält und ein durchschnittliches Tempo von 80 bis 100 Kilometer pro Stunde einhält. Dies fällt bei einem derartigen Auto zugegebenermaßen nicht ganz leicht. 

 

 

Bei Bedarf wird das Model S zum Siebensitzer
Bei Bedarf wird das Model S zum Siebensitzer

 

Die Größe der Batterie schlägt allerdings auf das Gewicht. Die flüssigkeitsgekühlten Lithium-Eisen-Phosphat-Zellen bringen 600 Kilogramm auf die Waage. Insgesamt kann sich der Tesla mit seinen 2,1 Tonnen gewichtsmäßig durchaus mit Oberklassewagen wie der S-Klasse oder dem Audi A8 messen. Für ein Elektroauto durchaus ungewöhnlich. BMW setzt bei seinen Batteriemodellen auf Gewichtsverlust.

Garantierte Leistung

Für den Speicher erhält der Fahrer eine achtjährige Garantie ohne Kilometerbegrenzung. Laut Tesla soll die Batterie nach dieser Zeit noch über mindestens 60 Prozent ihrer Leistung verfügen.

Bei der Konstruktion des Model S kommen die wesentlichen Vorteile eines Elektroautos zum Tragen: die Abwesenheit von Getriebe, Tank und großem Motor. Sowohl vorne unter der Fronthaube als auch hinten bietet der Tesla genügend Stauraum. Das Batteriepack ist komplett im Unterboden verbaut, der Dreiphasenwechselstrom-Induktionsmotor sitzt auf der Hinterachse.

Schnelllader

Um den Kunden die Angst vor einer leeren Batterie zu nehmen, will Tesla ein Netz aus Schnellladestationen aufbauen. An den „Superchargern“ läßt sich die Batterie in 20 Minuten auf 50 Prozent Leistung laden. In den USA soll es bis 2015 ein flächendeckendes Angebot geben. Kunden der beiden Top-Ausstattungslinien des Model S können umsonst tanken. Auch in Europa wird Tesla den Service anbieten, ab August in Norwegen, zum Jahresende auch in Deutschland.

Spätestens dann dürften die ersten Model S hierzulande bei den Kunden sein. Die Preise beginnen bei 71.000 Euro für eine kleinere, 60 Kilowattstunden-Batterie. Wer mehr Leistung und Reichweite haben will, und sich für das Performance-Paket entscheidet, landet allerdings schnell hinter der 100.000-Euro-Schallmauer. Ab 2017 plant das Unternehmen einen Stromer für den Massenmarkt.

Tesla will in diesem Jahr insgesamt 20.000 Exemplare des Model S verkaufen. Kein unrealistisches Ziel: In den USA gingen in den ersten Monaten des Jahres bereits mehr als 5.000 Exemplare über die Ladentheke.

Doch Firmengründer Elon Musk will mehr: Im Jahr 2017 sollen bereits 200.000 Tesla-Modelle vom Band laufen

 

 

 

 

 

 

 

 

Karsten Wiedemann
Keywords:
Tesla | E-Mobilität
Ressorts:
Technology

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