Digitalisierung
26.10.2018

Smart Meter Gateways kommen 2019

Foto: ZVEI Services, Mark Bollhorst
Besucher der „Metering Days 2018“ betrachten ein Smart Meter Gateway. Der Rollout soll 2019 starten.

Das Bundesamt für Informationssicherheit hat den Start des Smart-Meter-Rollout für Anfang des nächsten Jahres angekündigt. Betreiber von Photovoltaikanlagen könnten überrascht werden.

Viele Betreiber von Photovoltaikanlagen wissen noch nicht Bescheid: Ab Anfang 2019 werden sie voraussichtlich Post von ihrem zuständigen Netzbetreiber bekommen. Es geht um die Pflicht zum Einbau von Smart Meter Gateways. Innerhalb von drei Monaten müssen dann zunächst Verbraucher ab 10.000 Kilowattstunden pro Jahr und Erzeuger mit Anlagen im Bereich von 7 bis 100 Kilowatt die intelligenten Messsysteme installieren. Der erste Schritt des Rollouts betrifft somit auch viele Privatleute, die beispielsweise PV-Anlagen auf ihrem Hausdach betreiben.

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Eigentlich sollte der Smart-Meter-Rollout bereits 2017 beginnen, doch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ließ sich Zeit mit der Zertifizierung der Gateways. Entsprechend wartete die Branche ungeduldig auf die Nachricht, die Dennis Laupichler, Referatsleiter für Cybersicherheit beim BSI, bei den „Metering Days 2018“ bekannt gab: „Wir gehen davon aus, dass wir im Dezember die ersten Zertifizierungen abschließen und die Markterklärung am 31. Januar veröffentlichen können“, sagte er in Fulda.

80 Prozent PV-Kleinanlagen betroffen

Das BSI will bis zu diesem Zeitpunkt die gesetzlich vorgeschriebene Zertifizierung von drei Smart Meter Gateways voneinander unabhängiger Hersteller abgeschlossen haben. Wann und wo genau die jeweiligen Netzbetreiber in ihren Netzgebieten mit der Umsetzung beginnen, lässt sich derzeit nicht vorhersehen. Klar ist nur, dass alle PV-Anlagen bis 2024 mit Smart Meters ausgestattet werden müssen. So steht es im Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende von 2016.
 
„Rund eine Millionen Solaranlagen sind in den kommenden Jahren vom Einbau der digitalen Zähler betroffen. 80 Prozent davon sind Kleinanlagen, die in den vergangen Jahren von Bürgerinnen und Bürgern bundesweit errichtet worden sind“, sagt Fabian Zuber, Mitinitiator von ComMetering. Das Unternehmen will sich im Zuge des Smart-Meter-Rollouts für Belange der PV-Betreiber einsetzen und eine Einkaufsgemeinschaft für den Pflichteinbau von Smart Meters bilden.

Mehrkosten von mindestens 60 Euro

„Bemerkenswert ist, dass die meisten Betreiber dieser PV-Anlagen bislang noch nichts von ihrem Glück wissen“, sagt Zuber. Zudem müssten sie zwar die Rechnung für die neuen Zähler zahlen, jedoch wenig davon profitieren. Denn bei der Konzeption der technischen Vorgaben für die Smart Meters spiele der Kundennutzen keine Rolle.

Die Höhe der Kosten für den Einbau der digitalen Technik hängt von einer Reihe von Faktoren ab – etwa den aktuellen, regional unterschiedlichen Kosten des Messstellenbetriebs, vom Anbieter, den baulichen Gegebenheiten oder dem jeweils einzubauenden Produkt, schreibt ComMetering in einem Leitfaden, der gemeinsam mit der Kanzlei von Bredow Valentin erstellt wurde. Gesetzlich festgelegt sei lediglich eine Preisobergrenze für die jährlichen Kosten des Messstellenbetriebs, die im Zuge des Smart-Meter-Rollouts entstünden. Für PV-Anlagen zwischen 7 und 15 Kilowatt liegt die Preisobergrenze beispielsweise bei 100 Euro im Jahr. Für den Anlagenbetreiber rechnet ComMetering gegenüber dem heutigen, analogen Messstellenbetrieb mit Mehrkosten von mindestens 60 Euro im Jahr.

Lesen Sie auch: Experten befürchten Aufschrei bei Smart-Meter-Rollout

 

Carsten Kloth
Keywords:
Smart Meter | Digitalisierung
Ressorts:
Technology

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