Wärmewende
07.10.2015

DIW: Sanierungszyklen über 75 Jahre bremsen Wärmewende

foto: deposit

Branchenexperten und Politik waren bisher von rund 55 Jahren ausgegangen.

 

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Die energetische Sanierung von Mehrfamilienhäusern kommt nicht voran. Das ist das Ergebnis einer am heutigen Mittwoch vom DIW in Berlin und dem Essener Energiedienstleister ista veröffentlichten Studie.

Zwar ist 2014 der Heizenergiebedarf in Mehrfamilienhäusern in Deutschland laut „Wärmemonitor 2014“ um 2,7 Prozent  gegenüber 2013 gesunken. Das entspricht etwa 3,4 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche. Doch insgesamt liefen die Maßnahmen zur energetischen Sanierung in Mehrfamilienhäusern schleppend. 

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Den aktuellen Schätzungen zu Folge werden Dach, Fassade, Fenster, Kellerdecke und Heizung im Schnitt alle 75 Jahren saniert – nicht schell genug, um die Gebäude nach dem Zeitplan von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) energetisch auf den neusten Stand zu bringen. Bisherige Studien waren von Sanierungszyklen von rund 55 Jahren ausgegangen. 

Gemessen an den politischen Zielen der Bundesregierung dürften die Fortschritte bei der Reduzierung des Energiebedarfs demnach „nach wie vor nicht ausreichen“, kommentiert Studienautor Claus Michelsen. 

Im Gebäudesektor werden mehr als ein Drittel der Energie verbraucht. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte deshalb verkündet, den „schlafenden Riesen“ der Energiewende wecken zu wollen. Allein bei der Gebäudesanierung soll der Wärmebedarf um 20 Prozent gegenüber 2008 gesenkt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wäre eine Steigerung der aktuellen Sanierungsquote von unter ein Prozent auf mindestens zwei Prozent notwendig. 

 

Jana Kugoth
Keywords:
Wärmewende | Sigmar Gabriel | DIW | ista | Sanierung | Mehrfamilienhäuser
Ressorts:
Governance | Markets

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