Windenergie
31.10.2018

DLR-Institut will Offshore-Windanlagen vor Terroristen schützen

Foto: DLR
Bremens Wissenschaftssenatorin Eva Quante-Brandt hält eine Rede zur Eröffnung des neuen DLR-Instituts.

Schutz von Häfen und Offshore-Windparks vor Unfällen und Angriffen – dazu eröffnet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Bremerhaven ein neues Institut. Erste Anschaffung: ein unbemanntes U-Boot.

Müssen Offshore-Windanlagen vor Terroristen geschützt werden? Das Deutsche Zentrum für Luft-und Raumfahrt (DLR) ist offenbar dieser Meinung und eröffnet in Bremerhaven ein neues Institut für den Schutz maritimer Infrastrukturen. Vor dem Hintergrund von Energiewende, Digitalisierung, neuer Mobilität und globaler Vernetzung will die Einrichtung die dafür notwendigen Infrastrukturen wie Häfen und Offshore-Windanlagen vor Unfällen, terroristischen oder anderen Angriffen bewahren.

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Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie sieht hier ebenfalls Bedarf, nicht nur in Hinblick auf Handelswege: „Auch die Energieversorgung aus Offshore-Windparks nimmt zu. Deshalb ist der Schutz von maritimen Infrastrukturen für die Wirtschaft und die Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen von hoher Bedeutung“, sagt Peter Altmaier. „Mit unserem neuen Institut erschließen wir uns eine weitere Dimension – den Schutz maritimer Infrastrukturen auf und unter Wasser“, ergänzt Pascale Ehrenfreund, Vorsitzende des Vorstands des DLR.

Resilienz soll gefördert werden

Das neue Institut will die Fähigkeit maritimer Anlagen stärken, auch bei Störungen nicht auszufallen – die Resilienz. Ziel sei es, Gefahren für die Infrastruktur erkennen und abwehren zu können. Eine der ersten Neuanschaffungen soll daher ein unbemanntes Unterwasserfahrzeug sein, mit dem Sensoren zur Überwachung und Inspektion der Anlagen auf See erprobt werden sollen.

Offshore-Windparks sind laut DLR ein wesentliches Element, um die geplante Energiewende und damit den Ausstieg aus der atomaren und fossilen Energieversorgung umzusetzen. Dafür müsse die Betriebsfähigkeit sichergestellt sein. Die Wartung müsse so erfolgen, dass Kollisionen zwischen Wartungsschiffen und der Windpark-Infrastruktur vermieden werden. Dazu sollen bereits vorhandene Sensoren für die Betriebssicherheit auch für einen Schutz vor möglichen Angriffen genutzt werden.

Ende 2017 waren 23 deutsche Offshore-Windparks mit einer Gesamtleistung von über 5.300 Megawatt in Betrieb. Sechs weitere Projekte mit einer Leistung von etwa 2.050 Megawatt werden derzeit gebaut – darunter der weitgehend fertiggestellte Ostsee-Windpark Arkona.

Sechs Millionen Euro jährlich

Ein weiteres Anwendungsbeispiel ist die Seenotrettung: „Wir wollen neue Sensoren entwickeln, die auch bei Nacht und Nebel Schiffbrüchige erkennen und ihre Rettung ermöglichen“, sagt Dennis Göge, Gründungsdirektor des neuen Instituts. Dazu wird die Einrichtung nicht nur mit Sicherheitsorganen wie der Bundespolizei, sondern auch mit Nichtregierungsorganisationen wie der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger zusammenarbeiten.

Zunächst verfügt das DLR-Institut über 20 Mitarbeiter, deren Zahl bis auf 60 steigen soll. Fünf Millionen Euro werden in die Forschungsinfrastruktur am Standort Bremerhaven investiert. Künftig soll der Etat jährlich sechs Millionen Euro betragen.

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Carsten Kloth
Keywords:
Windenergie | Offshore
Ressorts:
Governance

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