Sektorenkopplung
24.04.2018

DLR und Zeag bauen Anlage für grünen Wasserstoff

Foto: Zeag Energie AG
Luftaufnahme des Windparks Harthäuser Wald

Der Stromversorger Zeag Energie und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) produzieren grünen Wasserstoff aus Windkraft. Der Regelbetrieb startet im Herbst.

Der Windpark Harthäuser Wald ist der größte Windpark Baden-Württembergs. Er befindet sich nur fünf Kilometer entfernt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Standort Lampoldshausen, einem der größten Wasserstoff-Nutzer Europas. Damit stimmen die Voraussetzungen, um aus regenerativ erzeugten Windstrom „grünen“ Wasserstoff (H2) herzustellen. Um daraus ein vernetztes Energiesystem zu entwickeln, haben sich das DLR und die EnBW-Tochter Zeag Energie zu dem Gemeinschaftsprojekt H2orizon zusammengetan, über das sie auf der aktuellen Hannover-Messe informieren.

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Zeag und DLR werden das Gas per Polymer-Elektrolyt-Membran-Elektrolyse (kurz PEM) mit einer Anschlussleistung von einem Megawatt erzeugen. „Der Elektrolyseur ist bereits vor Ort“, sagt ein Zeag-Sprecher zu bizz energy. Er soll innerhalb der kommenden acht Wochen angeschlossen werden. Zur Verteilung wird der Wasserstoff direkt in spezielle Transportfahrzeuge abgefüllt, sogenannte Tube Trailer. Außerdem wird in Lampoldshausen eine neue Anlage gebaut, die den DLR-Standort mit Wärme und Strom versorgen soll.

Einsatz von H2 auch für Raketentests

Dazu werden zwei Gasmotoren-Blockheizkraftwerke neben der neben der konventionellen Versorgung mit Erdgas auch direkt an die Wasserstofferzeugung angeschlossen. Das H2 wird auch zur Betankung von Brennstoffzellen-Fahrzeugen zum Einsatz kommen sowie für Tests von Raketentriebwerken für die Raumfahrt. Anlässlich eines Wasserstoff-Tags im Juli soll die Inbetriebnahme der neuen Anlage gefeiert werden, der Regelbetrieb startet dann im Herbst.

Das Projekt wird vom Land Baden-Württemberg gefördert, das seinen Anteil erneuerbarer Energien bis 2020 um fast 40 Prozent steigern will. Um das zu erreichen, muss der volatile Sonnen- und Windstrom intelligent genutzt und gespeichert werden. Wasserstoff ist einer der wenigen Energieträger, mit dem das über mehrere Wochen oder Monate gelingt. Wenn für die Elektrolyse, also die Aufspaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff, grüner Strom verwendet wird, ist die CO2-Bilanz praktisch neutral.

Unternehmen zeigen Interesse

Die Forscher konzentrieren sich insbesondere darauf, Wasserstoff zu geringen Kosten herzustellen und darauf, wie sich seine Produktion generell mit industriellen Verbrauchern verknüpfen lässt. Ab Januar 2019 wollen sie insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen aus der Region die Infrastruktur und das Wissen aus dem Projekt zur Verfügung stellen.

Das Land Baden-Württemberg fördert H2orizon mit Geld aus dem Innovationsprogramm „Wasserstoff-Infrastruktur“. Das Ziel: die Entwicklung der Wasserstoff-Technologie bis zur Marktreife, der flächendeckende Aufbau von Tankstellen für Brennstoffzellen-Fahrzeuge sowie von Anlagen, um grünen Wasserstoff herzustellen und zu speichern.

Jutta Maier
Keywords:
Sektorkopplun | grüner Wasserstoff | Brennstoffzellen
Ressorts:
Technology | Markets

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