In der Debatte um Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Städten fordert der Direktor des CAR-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen, Ferdinand Dudenhöffer, die Besteuerung von Otto- und Diesel-Fahrzeugen anzugleichen. Damit ließen sich Gutscheine finanzieren, mit denen Diesel-Fahrer ihre Autos umrüsten lassen können.

Am 22. Februar verhandelt das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über Maßnahmen zur Luftreinhaltung in zunächst zwei Städten: Stuttgart und Düsseldorf. Eine Expertengruppe der Bundesregierung hat vorgeschlagen, dass eine Nachrüstung des Diesels mit öffentlichen Geldern bezahlt werden soll – nur so könnten Fahrverbote verhindert werden. Einige Bundesländer und Verbraucherschützer würden der Autoindustrie hingegen gerne die kompletten Kosten auferlegen.

Die Frage ist jedoch, ob dies möglich ist. „Autobauer sind rechtlich nicht haftbar, also braucht man einen anderen Weg“, sagt Dudenhöffer dem Magazin bizz energy. Das Problem wurde nach seiner Ansicht durch schlechte Gesetze und damit von der politischen Seite verursacht.

2000 Euro für die Werkstatt

Bereits im August des vergangenen Jahres erarbeitete Dudenhöffer einen Vorschlag, um Fahrverbote in deutschen Großstädten zu vermeiden. Dieser sieht konkret einen Gutschein in Höhe von 2.000 Euro für Diesel-Fahrer vor, mit denen diese die Fahrzeuge nachrüsten können. Der Gutschein soll vom Bundesfinanzministerium ausgegeben und nur ausgezahlt werden, wenn dies tatsächlich durchgeführt wurde.

Finanziert werden soll dies dadurch, dass Diesel ab sofort wie Ottokraftstoff besteuert wird. Gleichzeitig wird die Kfz-Steuer angeglichen. Wer nicht umrüstet, soll mit dem Diesel nach einer Karenzzeit nicht mehr in Großstädte fahren dürfen.

Dies sei ein fairer Vorschlag, meint Dudenhöffer: „Nicht der Steuerzahler haftet, sondern der Verursacher, in unserem Falle der Besitzer des Diesel-Pkw“. Mit dem Vorschlag wäre es möglich, alle Diesel in den Städten von der Straße zu holen oder umzurüsten. Die staatliche Prämie ließe sich durch die Steuermehreinnahmen finanzieren. Dabei würden Diesel-Besitzer nicht benachteiligt, sondern nur gleichgestellt. Nach nur 2,5 Jahren wären den Berechnungen zufolge die Nachrüstkosten durch die Dieselfahrer selbst bezahlt. Anschließend stünde dem Staat sogar mehr Geld für öffentlichen Nahverkehr und Elektro-Ladeinfrastruktur zur Verfügung.

Diesel-Fahrezeugen drohen Fahrverbote in deutschen Großstädten. (Foto: iStock)