Nach acht Tagen ging die Anhörung von Kritikern der Fabrik des US-Elektroautobauers Tesla in Brandenburg zu Ende. Die Genehmigungsbehörde habe in der Erörterung wichtige Hinweise zu den erhobenen Einwendungen gewonnen, teilte die Sprecherin des Brandenburger Umweltministeriums, Frauke Zelt, dazu mit. Jetzt sei es die Aufgabe des Landesamts für Umwelt und der beteiligten Fachbehörden, alle Einwendungen unter Berücksichtigung dieser Erkenntnisse abschließend zu prüfen. Erst danach könne die Entscheidung über den Antrag getroffen werden.

Seit Mittwoch vergangener Woche hatten Naturschützer und Anwohner mit Vertretern des Landesumweltamts und von Tesla in der Stadthalle Erkner Fragen zu den Auswirkungen der geplanten Fabrik auf die Umwelt erörtert. Kritiker monierten in der Anhörung am Freitag, dass bei den Vorbereitungen für die Bauarbeiten der Schutz von Reptilien wie Nattern oder Eidechsen nicht ausreichend beachtet worden sei. So sei ein Schuttberg auf dem Gelände schnell mit schwerem Gerät abgetragen worden, sagte Steffen Schorcht von der Bürgerinitiative Grünheide. Er befürchtete, dass zahlreiche Zauneidechsen getötet wurden. "Da hätte man vorsichtiger vorgehen müssen, um den Tieren die Flucht zu ermöglichen", sagte Schorcht.

Der Bau der Fabrik in Grünheide bei Berlin geht schnell voran, obwohl noch keine umweltrechtliche Genehmigung vom Land Brandenburg vorliegt. Allerdings gibt es vorläufige Zulassungen für einzelne Abschnitte. Die öffentliche Anhörung zu den Einwänden von mehr als 400 Einzelpersonen oder Verbänden soll in die Prüfung der Genehmigungen einfließen - der Zeitplan ist offen.

Während die Corona-Pandemie den Automarkt insgesamt ausbremst, legt Tesla weiter kräftig zu. Der US-Elektroautobauer brachte im dritten Quartal 139.300 Fahrzeuge an die Kundschaft, wie er am Freitag am Firmensitz im kalifornischen Palo Alto mitteilte. Damit stellte Tesla einen neuen Rekord auf. Analysten hatten mit rund 137.000 Auslieferungen gerechnet.

Mit 124.100 Stück entfiel der Großteil der Auslieferungen auf Teslas günstigstes Fahrzeug Model 3 und das neuere Kompakt-SUV Model Y. Mit diesen Angeboten etabliert sich der Konzern zunehmend im Massenmarkt. Die älteren, größeren und deutlich teureren Modelle S und X steuern indes immer weniger zum Absatz bei. Insgesamt produzierte Tesla im dritten Quartal nach eigenen Angaben 145.036 Fahrzeuge.

dpa

Bei dem Bautempo von Tesla hat dieses Bild von der Baustelle in Grünheide vor allem noch historischen Wert (Copyright: Istock)