Bei einem Elektroauto zählen für Autofahrer in Deutschland laut Umfragen vor allem die Reichweite und der Preis. Auch Ladedauer und Ladeinfrastruktur sind vielen wichtig, die Optik dagegen interessiert kaum, wie aus einer  repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Auto-Verkaufsplattform mobile.de hervorgeht. Eine Civey-Umfrage im Auftrag des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) kam zu ähnlichen Ergebnissen.

Als Argument dafür, dass sie sich bisher kein reines E-Auto gekauft haben, führen die meisten zu hohe Anschaffungskosten ins Feld. Rund 54 Prozent nannten in der mobile.de-Umfrage diesen Punkt. Die Reichweite folgt mit 50 Prozent auf Platz zwei. Abschreckend wirkten außerdem eine aus Sicht der Befragten unzureichende Ladeinfrastruktur (38 Prozent) sowie eine fragwürdige Umweltbilanz (35). Etwa 13 Prozent haben zudem Bedenken wegen der Sicherheit. Fahrgefühl und Optik der Fahrzeuge empfinden hingegen nur wenige Befragte (je 4 Prozent) als Grund, kein E-Auto zu kaufen.

Dürften die Befragten ihr Idealbild von der Elektromobilität formen, hätten die Autos deutlich mehr Reichweite als heute. Mit weniger als 500 Kilometern mag sich kaum jemand begnügen, ein knappes Viertel will gar mehr als 800 Kilometer. Die Fahrzeuge dürften allerdings nicht mehr kosten als vergleichbare Verbrenner und müssten sich in maximal 30, besser noch 20 oder 10 Minuten laden lassen - und zwar in einem Umkreis von maximal fünf Kilometern oder gern auch gleich direkt vor der Haustür. Fast jeder dritte Befragte würde selbst dann noch immer kein Elektroauto kaufen.

Mehr als ein Drittel lehnt E-Autos ab

Die Umfrage der Verbandes kommunaler Unternehmen interessierte sich dafür, wann sich Autofahrer als nächstes ein E-Modell zulegen würden. Hier nannten 38 Prozent eine höhere Reichweite und 36 Prozent einen niedrigeren Preis. Dahinter folgten mehr öffentliche Ladesäulen (31 Prozent) und eine eigene Ladebox zu Hause (27 Prozent). Mehr als ein Drittel (39 Prozent) will sich laut Umfrage aber sowieso unter keinen Umständen ein E-Auto kaufen. Gerade einmal 3,9 Prozent sind schon heute vom Elektroauto überzeugt.

Die Umfrage zeige, dass E-Autos immer noch an einem "erheblichen Imageproblem" leiden, betont VKU-Geschäftsführer Ingbert Liebing. "Das resultiert sicher nicht zuletzt auch daraus, dass die Autowirtschaft selbst zu wenig Optimismus bei der Verkehrswende ausstrahlt.“

Nachrangig ist der Umfrage zufolge das in der politischen und medialen Diskussion oft nach vorne geschobene "einfache Bezahlsystem". Gerade einmal 18,5 Prozent der Befragten gaben dies als Voraussetzung für den Kauf eines E-Autos an.

jst/dpa

Ladesäule als Stromtankstelle für Elektroauto.
Ein dichtes Netz von Ladesäulen hält die Politik für enorm wichtig - die künftigen E-Autokäufer sehen das etwas anders.
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