Elektromobilität
18.10.2018

E-Autos von Sono Motors liefern Energie für Wohnquartier

Foto: Sono Motors
Betreibt Elektrogeräte oder liefert Energie für Wohnungen: das E-Auto Sion.

Das Start-up Sono Motors steuert 30 Sion-Modelle als Energielieferanten für ein Wohnquartier bei. In seiner neuesten Crowdinvesting-Kampagne hat das Unternehmen gut fünf Millionen Euro eingesammelt.

Das zukünftige Quartier „An den Römersteinen“ nahe der Mainzer Innenstadt wird mindestens so viel Energie erzeugen, wie es verbraucht, so das Credo der Planer. Es soll sich aufteilen in Wohnraum, Gewerbefläche und Gastronomie und keinerlei Strom aus der Steckdose benötigen. Stattdessen wird es sich selbst über Solaranlagen auf dem Dach, eine Windanlage und Kraft-Wärme-Kopplung im Keller versorgen.

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Ihren Teil dazu beitragen sollen zudem „Sion“-Elektroautos des Münchner Start-ups Sono Motors. Das 2016 gegründete Unternehmen hat ein Fahrzeug entwickelt, das sich zum Teil über die integrierten Solarzellen wieder aufladen kann. Durch bidirektionales Laden ist seine Batterie zudem als mobiler Stromspeicher nutzbar.

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Auto als mobiles Kraftwerk 

Diese Funktion soll in dem Mainzer Gebäudekomplex erstmals zum Einsatz kommen: 30 Sion-Modelle werden den Bewohnern und Mitarbeitern zur Verfügung gestellt, die sich damit klimafreundlich fortbewegen können. Darüber hinaus können die Fahrzeuge aber auch durch bidirektionale Ladestationen im Sommer etwa mit Solarstrom geladen werden und im Winter gespeicherten Windstrom an das Gebäude abgeben. 

Sono Motors sammelte bei seiner jüngsten Crowdinvesting-Kampagne mehr als fünf Millionen Euro von privaten Investoren ein, die sich auch am Unternehmen beteiligen können. Das Geld fließt in die Finalisierung der Serienentwicklung und Vorbereitung der Produktion des Elektroautos. Zuvor hatte das Start-up bereits in zwei weiteren Investitionsrunden auf Schwarmfinanzierung gesetzt.

Mehr als 8.000 Vorbestellungen

Bisher gibt es rund 8.100 Vorbestellungen für den Sion, der 16.000 Euro kostet und im kommenden Jahr in die Serienproduktion gehen soll. Für die Batterie werden weitere 4.000 Euro fällig. Das E-Auto soll eine Reichweite von 250 Kilometern haben und über die Solarzellen auf dem Dach, dem Heck, der Motorhaube und den Seiten bis zu 30 Kilometer zusätzliche Reichweite generieren können.

Mit dem Sion lassen sich über einen Haushaltsstecker gängige elektronische Geräte mit bis zu 3,7 Kilowatt (kW) betreiben. Mit bis zu 11 kW können zudem auch andere Elektroautos geladen, Starkstromgeräte betrieben oder die Stromversorgung im Haus unterstützt werden. Damit wird das Fahrzeug zum mobilen Kraftwerk.

Car- und Ridesharing möglich

Darüber hinaus ist der Sion mit einer Car- und Ridesharing-Funktion ausgestattet, die über eine App funktioniert. Die Besitzer können entscheiden, wie lange und mit wem sie sich ihr Auto teilen möchten. Oder sie bieten anderen Nutzern Mitfahrgelegenheiten an. Mit beiden Services sollen die Besitzer Geld verdienen können. Das gleiche gilt auch für das „Powersharing“, die Weitergabe gespeicherter Energie. Anderen Sion-Nutzern wird das Fahrzeug dann als mobile Ladestation angezeigt.

Lesen Sie auch: Energiedienstleister Mobility House macht E-Autos zu Speichern

Jutta Maier
Keywords:
Elektromobilität | Elektroautos | Crowdinvesting | Nachhaltiges Bauen
Ressorts:
Technology | Markets

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