China und Deutschland wollen elektrischen Fahrzeugen bis 2020 zum Durchbruch verhelfen und dabei insbesondere den Antrieb mit Brennstoffzelle fördern. Eine entsprechende Absichtserklärung haben Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und Chinas Verkehrsminister Wan Gang im Vorfeld der heute im Berliner Bundesverkehrsministerium stattfindenden grünen Mobilitätskonferenz „H2Mobility“ unterzeichnet.

„Darin haben wir unsere gemeinsamen Normen und Maßnahmen definiert“, sagte Gang. Seit dem Pariser Klimaabkommen hätte sich die Weltgemeinschaft für einen „grünen Weg“ entschieden. Diesen sollten Deutschland und China „Hand in Hand gehen“, ergänzte der chinesische Minister.

Dobrindt misst mit Wasserstoff betankten E-Autos auf dem Weg zur grünen Mobilität eine besondere Bedeutung zu. Die Brennstoffzelle habe einen höheren Wirkungsgrad als konventionelle Verbrennungsmotoren, betonte der CSU-Politiker. Im Vergleich zum Batterieantrieb können Wasserstoff-Autos außerdem mit einer höheren Reichweite und kürzeren Betankungszeiten punkten. Allerdings liegen die Kosten für ein H2-Auto noch weit über denen eines Diesels oder Benziners.

Über einen Zeitraum von zwei Jahren steckt Verkehrsminister Dobrindt deshalb 161 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung der Wasserstoff-Technologie. Mit weiteren 350 Millionen Euro sollen 400 neue Wasserstofftankstellen in Deutschland aufgestellt werden, bis Ende des Jahres sind 50 Stück geplant (hier lesen). Damit will Dobrindt das „Henne-Ei-Problem“ lösen und die Infrastruktur für die mit Wasserstoff betriebenen Fahrzeuge schaffen.

Bis 2020 will die Bundesregierung die Zahl der Stromer insgesamt auf eine Million erhöhen. Daran will der Verkehrsminister nicht rütteln – obwohl die Bundesrepublik mit nur knapp 23.500 neu zugelassenen E-Autos in 2015 davon weit entfernt ist. Dazu brauche es jedoch weitere Förderprogramme, verlangte Dobrindt. Mit Blick auf den morgen in Berlin stattfindenden Koalitionsgipfel stellte er in Aussicht, man werde sich „zeitnah“ auf eine Einigung zur Förderung elektrischer Antriebe einigen. Zuletzt war eine Kaufprämie in Höhe von 5.000 Euro im Gespräch. Dobrindt schlägt außerdem vor, an deutschen Autobahnen rund 15.000 Schnellladestationen für batteriebetriebene Autos zu errichten. Dafür will er weitere 300 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Bundesverkehrsminister Dobrindt mit dem chinesischen Verkehrsminister Wan Gang. (fotos: JK)