Ab 2018 verringert sich die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) um 0,09 Cent auf 6,79 Cent pro Kilowattstunde. Damit wird sie rund 1,3 Prozent niedriger sein als 2017. Das gaben die vier Übertragungsnetzbetreiber Tennet, Amprion, 50 Hertz und Transnet BW heute in einer gemeinsamen Presseerklärung bekannt. Sie legen für 2018 einen EEG-Umlagebetrag in Höhe von insgesamt 23,78 Milliarden Euro zugrunde. Dabei rechnen sie für 2018 mit einer weiteren Zunahme der deutschen Ökostrom-Produktion um 17 auf rund 204 Terawattstunden. Das entspricht 204 Milliarden Kilowattstunden.

Die vier Übertragungsnetzbetreiber sind nicht nur für die überregionalen Stromleitungen verantwortlich, sondern müssen auch den dort eingespeisten Ökostrom an der Strombörse verkaufen. Allerdings garantiert das EEG den Eigentümern der Erneuerbare-Energien-Anlagen für ihren Grünstrom mehr Geld als die Übertragungsnetzbetreiber an der Strombörse erlösen. Für die Differenz kommen die Stromverbraucher per EEG-Umlage auf. Diese zahlen sie unabhängig davon, ob sie von ihrem Versorger Ökostrom beziehen oder nicht. Wie hoch die Abgabe ausfällt, wird jährlich von den Übertragungsnetzbetreibern zum Stichtag 15. Oktober berechnet und von der Bundesnetzagentur überprüft.

Umlage 34-mal so hoch wie im Jahr 2000

Vermittler in diesem System sind die Stromversorger: Sie erheben die EEG-Umlage über die Stromrechnung und leiten sie an die vier Übertragungsnetzbetreiber weiter. Die wiederum zahlen die Umlage – zusammen mit dem Geld, das sie für den Ökostrom an der Börse erlöst haben – als gesetzlich garantierte EEG-Vergütung an die Betreiber aus. Somit dient die Umlage zu hundert Prozent der Förderung erneuerbarer Energien.

Trotz der angekündigten Senkung: Die EEG-Umlage ist 2018 rund 34-mal so hoch wie zu ihrer Einführung im Jahr 2000. Die höchste prozentuale Steigerung gab es 2011, als die EEG-Umlage von 2,05 auf 3,53 Cent kletterte – also um rund 72 Prozent. Auch zwischen 2012 und 2013 schnellte die Umlage in die Höhe: um 47 Prozent auf 5,28 Prozent. Der langjährige Bundesnetzagentur-Präsident Matthias Kurth kommentierte im September 2012 die Situation in einem Gastbeitrag für bizz energy so: „Schon heute sind die Umverteilungswirkungen der EEG-Umlage größer als die des Länderfinanzausgleichs“, schrieb Kurth und ergänzte damals lapidar: „Bayern, das heute gegen den Länderfinanzausgleich klagt, ist beim EEG-Finanzausgleich größter Profiteur.“

Seit 2012 verliefen die Erhöhungen der EEG-Umlage vergleichsweise moderat; 2015 sank sie sogar zu ersten Mal, um dann allerdings zwei Jahre in Folge erneut zu steigen.
 

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