BIZZ-Exklusiv
10.12.2014

Ein Cent für Elektromobilität

Valentin Kaden

Unser Kolumnist Ferdinand Dudenhöffer zeigt, wie Deutschland mit Hilfe von drei Elementen den Durchbruch im Zukunftsmarkt schaffen kann.

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Diese Ohrfeige hat gesessen. Der Bundesrat hat das Elektromobilitätsgesetz der großen Koalition im November durchfallen lassen. Durch die Nutzung von Busspuren in Großstädten und ein Parkverbot für normale Autos an Elektroladesäulen wollte die Bundesregierung um Kanzlerin Merkel die Elektromobilität in Deutschland nach vorne bringen. Die Begründung des Bundesrates für die Ablehnung spiegelt nur wider, was seit drei Jahren alle Experten sagen und jetzt auch die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) festgestellt hat: Die Pläne der Bundesregierung sind zu kleinkariert, zu zaghaft und sie verfehlen alle gesteckten Ziele. Ein echter Impuls sieht anders aus. Dabei hatte Merkel persönlich vor mehr als sechs Jahren das Ziel ausgegeben, bis 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen zu bringen. 

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Ziele für die Elektromobilität gibt es auch anderswo, etwa in China, England, Frankreich, Holland, Norwegen oder in den USA. Im Gegensatz zu Deutschland wurden in diesen Ländern aber hochwirksame Programme aufgelegt. 

Zum Beispiel in den Niederlanden und Norwegen, obwohl es dort keine eigene Autoindustrie  gibt. Norwegen will bis 2025 eine Million Elektroautos auf die Straßen bringen und gewährt zu diesem Zweck hohe Steuervergünstigungen bis 2017. Käufer eines Elektroautos müssen weder die Mehrwertsteuer von 25 Prozent noch die Sondersteuer für Autokäufer zahlen; deren Höhe richtet sich nach Motorisierung und Abgaswerten. Zudem sparen Fahrer von E-Autos in der Hauptstadt Oslo bei Fahrten ins Zentrum die Mautgebühr in Höhe von 3,30 Euro für Diesel und Benziner. Der Markt in Norwegen wurde durch diese Maßnahmen kräftig angeschoben. Kein Wunder. 

Bis Ende Oktober betrug der Marktanteil von Elektroautos in Norwegen 12,4 Prozent. Im Autoland Deutschland waren es 0,3 Prozent. Das norwegische Fördermodell ist ähnlich – wenn auch nicht ganz so stark – in den Niederlanden umgesetzt. Amsterdam will die grüne Stadt Europas werden und stellt bis zum Jahr 2015 knapp neun Millionen Euro Zuschüsse für Taxen und Firmen bereit. Die Zahl der Ladestellen wird massiv ausgebaut, für Elektroautos gibt es überall kostenlos Strom und Parkplätze. 

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Keywords:
Elektromobilität | Ferdinand Dudenhöffer | Bundesregierung | Förderung | Deutschland
Ressorts:
Markets

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