Der Gewinn des weltweit größten Gasförderers, der russischen Gazprom, ist im vergangenen Jahr um zehn Prozent eingebrochen. Der Staatskonzern erzielte laut Unternehmenszahlen 2012 nur noch einen Reingewinn von rund 29 Milliarden Euro, nach 32 Milliarden Euro im Vorjahr. Gleichzeitig konnte Gazprom ihren Umsatz um 2,8 Prozent auf rund 115,5 Milliarden Euro erhöhen. 

Als Gründe für die Entwicklung führen die Russen einen deutlichen Rückgang des Verkaufsvolumens von 519 auf 482 Milliarden Kubikmeter Gas an (-7 Prozent). Dazu kommen Preisnachlässe und Rückzahlungen, die sich aus den Nachverhandlungen der Langfristverträge zum Beispiel mit dem Düsseldorfer Eon-Konzern ergeben haben. Auch der Essener RWE-Konzern rechnet für dieses Jahr mit neuen Konditionen für seine Verträge. Mit insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro schlagen die veränderten Langzeitvertäge bei Gazprom in die Bilanz durch. 

In Europa gerät die russische Ölpreisbindung  bereits seit Jahren immer stärker unter Druck, zum Beispiel durch LNG-Importe aus Katar. Europa hofft auch künftig auf Diversifizierung des Marktes, auf neue Bezugsquellen etwa im kaspischen Raum oder im Mittelmeer. Für Gazprom, die derzeit zu einem Viertel den europäischen Markt beliefert, sind das schlechte Aussichten. Trotzdem visiert Konzernchef Alexej Miller für 2020 wieder einen Anteil von 30 Prozent an. 

Neben dem wachsenden Angebot auf den internationalen Märkten droht jedoch auch im eigenen Land Konkurrenz. Derzeit arbeitet der zweitgrößte russische Gasförderer Novatek daran, das Exportmonopol der Gazprom einzureißen. Sie möchten künftig stärker auf den internationalen Märkten mitmischen. „Fällt das Monopol, kann Novatek auf dem Weltmarkt seine Effizienz- und Effektivitätsvorteile im Vergleich zum riesigen Gazprom-Konzern ausspielen“, sagt Russland-Kenner Frank Umbach vom King‘s College London.

Mit seinen Milliardeninvestitionen in ein Flüssiggasterminal auf der Halbinsel Jamal, wird Novarek zum ernstzunehmenden Konkurrenten für Gazprom im eigenen Land.

 
(Gazprom)