Zu den Unterzeichnern der Norwegisch-Deutschen-Erklärung“ gehören die Netzbetreiber 50 Hertz und Tennet, der Bundesverband Erneuerbare Energien, der norwegische Dachverband der Stromerzeuger EnergiNorge sowie der WWF.

Zentrale Forderung: Die Energiemärkte beider Länder sollen sich annähern. 

Die Idee der Unterzeichner: In Zeiten in den in Deutschland die Windräder mehr Energie erzeuegn als Bedarf besteht, soll der Strom nach Norwegen fließen. Norwegen, dass seinen Strom fast vollständig aus der Wasserkraft bezieht, könnte in dieser Zeit seine Anlagen herunterfahren. Damit bliebe Wasser in den Speichern, welches sich in Zeiten, in denen etwa der Bedarf in Deutschland wächst verstromen ließe.

Kabeltrassen fehlen

Die Forderung der Unterzeichner ist nicht neu. Der norwegische Energieversorger Staftkraft, der zahlreiche Wasser- und Pumpspeicherkraftwerke betreibt, beschäftigt sich schon seit längerem mit der Möglichkeit der Stromaustausches mit Deutschland. Während das deutsche Energiesystem in Spitzenzeiten einen Bedarf von 80 Gigawatt hat, können die norwegischen Wasserspeicher über mehrere Tage eine Leistung von über zehn GW zur Verfügung stellen, sagte Statkraft-Deutschlandchef Jürgen Tzschoppe im Interview mit BIZZ energy today. Die norwegischen Anlangen müssten für den Austausch nicht umgerüstet werden, so Tzschoppe. Es wäre eine kostengünstige Alternative.

Noch fehlt es aber an den nötigen Seekabeln. Geplant sind bisher zwei Trassen, Norger und Nordlink. Die Projekte treibt der norwegische Netzbetreiber Statnett unter anderem mit Tennet voran. Die Projekte liegen Jahre hinter dem Zeitplan. Tennet-Geschäftsführer Lex Hartman kündigte nun an, bis 2018 zwei Leitungen nach Norwegen bauen zu wollen. Eine Verbindung von Norwegen nach Holland ist seit 2008 in Betrieb.